Kapitalmarktausblick: Inflation, Zinsen und die Politik - was die Weltwirtschaft bewegt

Shownotes

In der aktuellen Ausgabe des Kapitalmarktausblicks analysieren Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei DONNER & REUSCHEL, und Christoph Hummel, Private Banking Nord, die wichtigsten wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen der kommenden Wochen.

Im Fokus stehen die Auswirkungen der anstehenden Landtagswahlen in Deutschland, die anhaltenden Spannungen im Nahen und Mittleren Osten, die aktuelle US-Zollpolitik, neue Signale vom US-Arbeitsmarkt sowie die schwierige Lage der US-Notenbank Fed zwischen Konjunkturstützung und Inflationsbekämpfung.

Außerdem werfen wir einen Blick auf die Frage, die viele Anleger derzeit beschäftigt: Befinden sich die Finanzmärkte in einer Blase oder droht sogar die nächste Krise?

Der Kapitalmarktausblick liefert regelmäßig Einordnungen zu Inflation, Zinsen, Aktienmärkten, Konjunktur, Geldpolitik und geopolitischen Entwicklungen – kompakt, verständlich und mit Blick auf die Konsequenzen für Anlegerinnen und Anleger.

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00:00:00: Ich glaube jetzt bei den Landtagswahlen ist es erst mal noch so, dass aus wirtschaftlicher Perspektive in Anführungsstrichen nichts passiert.

00:00:06: Uns wird's natürlich emotional und innenpolitisch insbesondere sehr stark mitgehen.

00:00:11: Es ist durchaus davon auszugehen das bei nochmal monatelanger Sperrung dieser Lieferketten die Auswirkungen für die Wirtschaft stärker werden.

00:00:19: Dieses Thema Zölle- und Protektionismus sind ja mittlerweile dauerhafte Belastungsfaktoren Und die gehen ja nicht weg, weil wir nicht mehr darüber besprechen.

00:00:27: Sondern das sind einfach Dinge, die dauerhaft eben auch des Wachstum

00:00:30: ausbremsen.

00:00:41: Herzlich willkommen sehr geehrte Damen und Herren hier bei Donnern-Räuschel in Hamburg

00:00:46: am schönen

00:00:47: Ballindamm zu unserer September Ausgabe des Kapitalmarktausblicks.

00:00:52: Wie immer mit unserem Cheffolkswirt Carsten Mumm und ich mein Name ist Christoph Humme freue mich darauf diesen Kapitalmarktausblick auch diesmal wieder für Sie moderieren zu dürfen.

00:01:03: Ich finde, das Formatkasten wird nicht nur immer erfolgreicher.

00:01:07: Aber ich glaube auch immer wichtiger ist, es tut sich vieles um uns herum.

00:01:09: Wir hatten ja eine kurze Sommerpause und gefühlt ... Es ist nicht nur letzte Woche erheblich viel passiert, sondern wenn ich mich einfach mal zurücklehne und nachdenke, ist fundamental vieles passiert.

00:01:22: Und darüber wollen wir gerne heute berichten.

00:01:24: Wir haben vor einiger Zeit jeweils drei wichtige Punkte eingeführt.

00:01:28: Heute sind sogar dreieinhalb.

00:01:30: Damit fangen wir heute an!

00:01:32: Dann reden wir kurz über lokales, also die deutsche Politik in dem Falle anschließend über Geopolitik und am Ende über die USA beziehungsweise die makroökonomische Verfassung der Märkte.

00:01:45: Casten, Prediction Markets – wir haben letztens mal darüber gesprochen.

00:01:51: Wer gewinnt?

00:01:51: Frankreich Spanien Großbritannien?

00:01:54: wer wird Weltmeister?

00:01:55: Wir wissen es inzwischen.

00:01:57: Aber vielleicht willst du doch noch, was die Präzision dieser Prediction Markets anbelangten Wort verlieren?

00:02:02: Ich erwähne mal die Prediction-Markets jetzt.

00:02:04: An dieser Stelle ich würde gleich gerne nochmal in einem anderen Kontext darauf zurückkommen.

00:02:08: aber wir haben ja gesagt das ist ein ganz spannendes Phänomen und das hat durchaus eine gewisse Relevanz.

00:02:12: und ich mache es mal ganz kurz an dieser Stelle weil das waren nur halbe von dreieinhalb relevanten Punkten Genau.

00:02:19: Wir wissen alle, wie Weltmeister geworden ist.

00:02:21: Spanien und Prediction Markets haben vor der WM uns vorhergesagt in Anführungsstrichen oder die höchste Wahrscheinlichkeit lag auf Spanier, Frankreich oder Großbritannien.

00:02:30: also insofern das hat eine gewisse Relevanz.

00:02:33: Und die Prediction-Markets da geht es ja nicht nur um Sportwetten sondern tatsächlich auch im Aktienmarkt an Leinmark, Rohstoffmarkt werden sie immer ... Häufiger genutzt, nennen wir es mal so.

00:02:44: Genau also es geht darum dass vielleicht ganz kurz als Hintergrund nochmal Es gibt verschiedene Fragestellungen die gestellt werden aus dem politischen Kontext gesellschaftliche Entwicklungen Wahlen zum Beispiel.

00:02:54: ein anderes Beispiel wie gesagt habe ich gleich noch dabei und man kann dann in Dollar oder in Krypto Assets also Bitcoin und Co beispielsweise auf einen gewissen Ausgang dieses Ereignisses wetten.

00:03:07: Also man kann jetzt in diesem Beispiel zum Beispiel einfach sagen, wer hat die höchste Wahrscheinlichkeit?

00:03:13: Dass er Weltmeister wird Fußball-Weltmeister.

00:03:15: in diesem Kontext und wenn man dann am Ende richtig liegt, dann steigt der Kurs sozusagen dieser Aktie.

00:03:21: also es ist nicht irgendwie keine Lotterie oder ähnliches sondern es entwickelt sich tatsächlich ein gewisserweise im Kursverlauf.

00:03:29: Der nächste, in dem Fall ganze Punkt war der Iran-Konflikt.

00:03:33: Sechzig Tage Verhandlungspause die sich ja als anschließend hat sich herausgestellt es war gar keine Pause.

00:03:39: tatsächlich große Thema aber war die Auswirkungen auf Inflation und vor allem die Geldpolitik.

00:03:45: Genau richtig also wir haben vor zwei Monaten gesagt das wird einer der wesentlichen relevanten Punkte für die Märkte und für die Wirtschaft bleiben und haben natürlich wie seit Anfang März einfach immer die Hoffnung gehabt, dass es eine Lösung gibt in diesem Konflikt.

00:03:58: Wir wissen heute, es gibt keine Lösungen, die sechzig Tage Verhandlungsfrist sind gerade jetzt Mitte August ergebnislos ausgelaufen.

00:04:06: man hört das es indirekte Verhandlungen gibt unter Beteiligung von Oman, Katar, Pakistan beispielsweise aber insbesondere die Forderung von iranischer Seite sind so, die stehen ja relativ fest also beispielsweise Entschädigungszahlungen ein Abzug der US-Truppen Es geht um die Aufhebung der Sanktionen und der Seeblockade, die sind so nicht verhandelbar oder akzeptierbar für die Amerikaner.

00:04:30: Insofern müssen wir leider an dieser Stelle sagen ... Das können wir vielleicht vorwegnehmen.

00:04:34: Es wird weiterhin einer der wichtigsten Punkte bleiben, wenn wir nach vorne schauen.

00:04:38: Weil das natürlich heute schon ein massiver Belastungsfaktor ist.

00:04:42: Inflationen wird angekobelt.

00:04:45: Die Geldpolitik reagiert drauf, senkt zumindest die Zinsen nicht.

00:04:48: Die EZB hat die Zinzen sogar leicht angehoben.

00:04:51: Und vielleicht in dem Kontext auch noch mal ein Hinweis zu den Prediction Markets.

00:04:56: Es gibt in diesem Kontext verschiedene Fragestellungen, auf die man wetten kann – in diesem Context, in Anführungsstrichen.

00:05:03: Darum gibt es die Frage, wann dann erwartet wird, dass die Straße von Hummus wieder offen wird?

00:05:08: Da gibt's eine Kategorie, die sagt bis Ende des Jahres und die Prediction-Markets unterlegen dieses Szenario.

00:05:14: Also bis Ende das Jahres ist die Straße vom Humus wieder offen mit gerade einmal einer Wahrscheinlichkeit von dreißig Prozent.

00:05:21: Das kann einigermaßen pessimistisch machen und passt aber so ein bisschen zu der Stimmungslage auch, zum Bild das wir zur Zeit haben.

00:05:26: Dass man nicht wirklich eine Lösung absehbar hat.

00:05:30: Wir werden später noch mal zu dem Thema zurückkehren mit der Fragestellung was heißt denn eigentlich offen?

00:05:35: Offen halboffend, bisschen offen gar nicht offen.

00:05:37: da haben wir einen interessanten Chart für Sie mitgebracht.

00:05:40: Ein weiterer ganzer Punkt war SpaceX bzw.

00:05:47: die Kursverläufe oder Kurse von SpaceX und anderen Big Techs, inzwischen glaube ich es viel wichtiger wie sie sich inzwischen finanzieren.

00:05:54: dennoch die große Fragestellung glaube ich ist kann das oder ist das ein guter Indikator für eine mögliche KI-Blase ja oder nein?

00:06:04: Ja und wir haben letztes mal gesagt dass die Börse sehr stark differenziert also nicht alles das wo KI drauf steht einfach zu weiteren Kursgewinnen getrieben wird.

00:06:13: Und das ist auch das Bild, was sich tatsächlich jetzt über den Sommer hinweg wieder herauskristallisiert hat.

00:06:17: Wenn wir SpaceX als Beispiel mal nehmen zu dollar imitiert Der erste Kurs war glaube ich um die einhundertundsechzig dann an den Börsen innerhalb kürzester Zeit auf über zwei hundert Dollar gestiegen Auf gut Hundert Dollar gefallen also fast eine halbierung von den Spitzenniveaus aus und steht zurzeit bei ungefähr hundertdreißig also fast der Ausgabekurs.

00:06:38: Das heißt in meinen Augen Ein ganzes Stück weit.

00:06:41: Euphorie, die vielleicht mit dieser Emission verbunden war ist zumindest nicht immer weitergetrieben worden.

00:06:47: Und wir haben einen ähnlichen Kursverlauf eigentlich auch bei vielen anderen großen Tech-Unternehmen aus den USA.

00:06:53: Es gibt teilweise ordentliche Kursgewinne es gibt aber auch zwischenzeitliche Verluste per Seildruck was fast eine Seitwärtsbewegung bei vielen Technologieaktien.

00:07:01: und insofern können wir zumindest weiterhin sagen es gibt keine überbordende Euphorie, was das Thema KI angeht.

00:07:08: Wir sind nicht Ende der Neunziger oder Anfang der zweitausender Jahre sondern es wird eben sehr stark differenziert.

00:07:14: bei guten Nachrichten geht's ordentlich rauf, bei schlechten ordentlich runter.

00:07:18: die Frage, die bleibt ist ob oder wann viel mehr in Zukunft malen stückweit auch ein Überinvestment eingepreist wird.

00:07:28: Du hast es eben angesprochen Es wird unglaublich viel Geld weiterhin investiert in künstliche Intelligenz Und nicht alles davon wird dazu beitragen, dass Produktivität erhöht wird.

00:07:38: Dass also diese Unternehmen die heute viel investieren ausreichend Gewinne generieren.

00:07:41: Das heißt über kurz oder lang gibt es Abschreibungsbedarf.

00:07:45: Das ist ganz normaler Investitionszyklus und keine übereuphorisierte KI-Bubble.

00:07:50: dabei würde ich bleiben bei dieser Aussage.

00:07:53: Der letzte Punkt, mit dem wir uns damals zum letzten Kapitalmarktausblick von Ihnen verabschiedet hatten sehr geehrte Damen und Herren war die Deutschlandpolitik auf der Erste unseres Punktes, bei denen wir heute beginnen wollen.

00:08:04: Dennoch unsere Fragestellung damals war kommen doch noch nennenswerte Reformen nämlich vor der Sommerpause beziehungsweise kann die Bundesregierung worthaltend und tatsächlich entscheidende und wichtige Reformen umsetzen.

00:08:18: Was ist passiert?

00:08:19: Ja, teils-teils müssen wir sagen also die Rentnerreform beispielsweise ist angekündigt worden allerdings noch nicht konkret beschlossen oder kaum Dinge sind konkret beschlossent worden.

00:08:28: im Gegenteil hat dann die lange Sommerpause dazu geführt dass der ein oder andere Punkt wo die Regierungskoalition eigentlich vor der Sommerpause geschlossen gesagt hat Wir machen das dass der zum Beispiel infrage gestellt wurde.

00:08:39: Also da empfehlen tatsächlich noch die wesentlichen Impulse.

00:08:43: Man kann hoffen, dass das jetzt nach der Sommerpause relativ schnell dann nachgezogen wird.

00:08:47: Wir sehen noch nicht wirklich was in Sachen Steuerreformen.

00:08:51: auf der anderen Seite gibt es aber Punkte natürlich die die Bundesregierung umgesetzt hat.

00:08:55: Das darf man an dieser Stelle nicht vergessen.

00:08:56: also wir haben nennenswerte Fortschritte in Richtung Bürokratieabbau.

00:09:00: Planungs- und Beschleunigungsverfahren sollen Planung und Genehmigungs Verfahren soll beschleunigt werden.

00:09:06: Wir haben die Frühstattrente es wird in Infrastruktur investiert.

00:09:10: Also viele Dinge sind da, aber man muss unterm Strich sagen sicherlich fehlt dann noch die ganz große Dynamik.

00:09:16: Mir persönlich ist aufgefallen gerade in den letzten ein zwei Wochen das auch aus Wirtschaftssicht oder von Unternehmensseite, von Ökonomenseite durchaus auch der Hinweis gekommen ist wir sollen nicht alles zu schlecht reden.

00:09:31: ich finde das ganz wichtig.

00:09:32: ja viele Dinge.

00:09:35: Ich finde aber auch, wir dürfen auf der anderen Seite nicht den Druck aus dem Kessel nehmen.

00:09:38: Weil nach wie vor ... Wir wissen, dass die deutsche Wirtschaft sehr große Herausforderungen hat.

00:09:42: Strukturwandel, Konkurrenz Chinas, hohe Energiepreise und und und!

00:09:47: Und wir wissen, Politik kann nicht alles richten, aber Politik muss weiterhin die Rahmenbedingungen verbessern.

00:09:53: Da würde ich hier auf dem Standpunkt stehen.

00:09:54: Ist zu wenig passiert bisher?

00:09:56: Das muss in den nächsten Monaten nachgesteuert werden.

00:09:59: Hier, wir bleiben gleich bei der Deutschlandpolitik.

00:10:02: Karsten Wahlen im Sachsen-Anhalt am sechsten September und natürlich die Relevanz für die Wirtschaft, was uns besonders interessiert.

00:10:11: Aber was bedeutet das für den Bund?

00:10:13: Und es stehen ja noch andere Wahlen an.

00:10:15: Kann man den sechsen September dann auch gleich in irgendeiner Prognose Fähigkeit nutzen oder für das, was anschließend kommen wird?

00:10:23: Wie schätzt du das ein?

00:10:25: Ja, in Teilen kann man das sicherlich ... Wir sehen ja eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit.

00:10:31: Das kann man fast als gesichert bezeichnen, die AfD wird die Wahl gewinnen um das mal so zu sagen.

00:10:37: Hoffen wir es natürlich noch ob es eine absolute Mehrheit gibt.

00:10:39: Das sieht im Moment nicht so aus.

00:10:41: trotzdem sehen wir einfach die Polarisierung innerhalb der Politik bei den Wahlen, die wir in den letzten Jahren schon gesehen haben.

00:10:47: Die geht einfach ein Stück weit weiter.

00:10:49: jetzt am sechsten September Sehen wir wahrscheinlich einen Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt.

00:10:54: Am zwanzigsten September dann bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wahrscheinlich auch ein Wahl erfolgt.

00:11:00: Der AfD, da ist die SPD noch ein bisschen näher dran.

00:11:02: also das wird nicht ganz so einen großen Abstand werden.

00:11:04: zu Nummer zwei und das ist eine ganz interessante Entwicklung.

00:11:08: ja wir haben dann am zwanzichsten September auch die Wahlen in Berlin Und auch hier sehen wir eine sehr starke Polarisierung, also eine Bewegung weg von der bisherigen politischen Mitte allerdings nach links.

00:11:20: Hier wird die Linke möglicherweise oder höchstwahrscheinlich ne ganz große Rolle mitspielen bei der Regierungsbildung.

00:11:26: Das heißt also das ist meine Interpretation auf Wir haben weiterhin eine sehr hohe Unzufriedenheit mit der Politik der Mitte.

00:11:32: oder die Mitte schafft es nicht Die Wählerinnen und Wähler in ausreichendem Maß an sich zu binden sondern wir haben diese Abwanderungsbewegungen eben an die Pole rechts und links.

00:11:42: Was bedeutet das für die Wirtschaft, wenn am sechsten September in Sachsen-Anhalt die AfD ein sehr gutes Ergebnis einfährt?

00:11:51: Vielleicht in irgendeiner Art und Weise an der Regierung beteiligt ist.

00:11:54: Da lohnt es sich mal reinzuschauen in das von der AfD so titulierte Regierungsprogramm, das für den Wahl in Sachseneinhalt aufgestellt wurde.

00:12:02: Und da sind – auf den ersten Blick waren wir uns nur aus wirtschaftlicher Sicht einmal betrachten ganz viele Punkte drin, die vor allen Dingen Ausgaben bedeuten.

00:12:11: Also man möchte die Familien fördern über verschiedene steuerliche Vorteile beispielsweise über Geldunterstützung.

00:12:17: Man möchte Steuersenkungen und was durch die Bank eigentlich fehlt ist die Frage wie finanziert man dann solche Vorhaben?

00:12:24: Und das sind in meinen Augen auch eine der spannendsten Fragen sollte also die AfD in die Regierungsverantwortung kommen.

00:12:31: Dann ist sie natürlich einer ganz anderen Rolle auch und eben nicht mehr in der Opposition kann sagen, was alles nicht läuft.

00:12:37: Was kritisiert werden muss sondern muss dann tatsächlich ins gestalten kommen hat da natürlich gewisse Rahmenbedingungen die sie auch nicht ändern kann.

00:12:44: gerade auf Landesebene sind die Möglichkeiten ja relativ eingeschränkt.

00:12:49: wenn wir auf Bundesebene mal schauen das schwingt natürlich immer auch mit Wenn die AfD auf Landtagswahl eben eine sehr große Erfolge einfährt, was bedeutet das für den Bund?

00:13:00: Auch da steigt ja der Zuspruch.

00:13:02: Das haben wir gesehen und wenn wir damals schauen es gab jetzt gerade das Sommer Interview mit Alice Weidel wo sie zwei wesentliche Punkte zum Beispiel nochmal ganz stark in dem Vordergrund gerückt hat nämlich den Austritt aus dem Euro und einer Reform der EU.

00:13:17: Und das sind beides Punkte natürlich größere Auswirkungen hätten als ein AfD-Sieg bei einer Landtagswahl und auch aus wirtschaftlicher Sicht anders betrachtet werden würden.

00:13:29: Es gibt dazu eine Studie vom DIW, Marcel Fratscher hat sich dazu geäußert, einer der bekanntesten Ökonomier in Deutschland und hat das Schlagwort eines AfD-Paradox aufgestellt – was bedeutet das?

00:13:41: Ganz kurz zusammengefasst.

00:13:42: Die Kernaussage ist, dass gerade diese wirtschaftspolitischen Vorhaben auf Bundesebene dazu führen würden, dass die wirtschaftlichen Perspektiven Deutschlands doch deutlich eingeschränkt werden – also ein Austritt aus dem Euro-Werweste erst mal ein massiver wirtschaftlicher Schaden.

00:13:57: und das von diesem wirtschaftlichem Schaden wiederum gerade die Regionen wo der AfD-Zuspruch relativ hoch ist, diese Regionen oder die Menschen in diesen Regionen würden am meisten drunter leiden weil das eben besonders ja, wirtschaftlich-sozial-, politisch verwundbare Kategorien sozusagen besonders trifft.

00:14:16: Das fand ich ganz spannend.

00:14:17: Ich glaube jetzt bei den Landtagswahlen ist es erst mal noch so dass aus wirtschaftlicher Perspektive in Anführungsstrichen nichts passiert.

00:14:23: uns wird's natürlich emotional und innenpolitisch insbesondere sehr stark bewegt.

00:14:28: Da warten also bedeutungsvolle Wochen auf uns bzw.

00:14:31: ein extrem bedeutungsholmes halbes Jahr.

00:14:34: Bleiben wir mal beim Gestaltungsspielraum, aber wechseln die Dimensionen.

00:14:38: Sehr geehrte Damen und Herren, Thema Nahe Osten aus Sicht der Wirtschaft oder für die Wirtschaft vielmehr insbesondere die Frage wie lange wird die aktuell nicht extrem hoch, aber spürbar hohen Rohölpreise aushalten?

00:14:55: Thema Gestaltungsspielraum, das ist was mich besonders interessiert, Carsten.

00:14:58: Ist warum sich nicht mehr internationale Widerstand trägt

00:15:02: bzw.,

00:15:03: dass man versucht bei einer Lösungsfindung gegen die Iran-USA-Politik in diesem Falle sich zu engagieren?

00:15:12: Ja eine sehr gute Frage, die ich leider auch nicht beantworten kann.

00:15:14: Ich hoffe nur es tut sich doch mehr als wir vielleicht offensichtlich sehen im Hintergrund.

00:15:19: also ich hoffe insbesondere, hoffentlich zielführende Verhandlungen führen.

00:15:26: Ich habe das ein bisschen meine Zweifel dran, wir haben eben schon mal drüber gesprochen.

00:15:31: die Verhandlung laufen vor allen Dingen indirekt über Drittstaaten, die beteiligt sind.

00:15:35: Wir haben eben darüber gesprochen prediction markets also die Öffentlichkeit sieht es relativ skeptisch auch und trotzdem ist das natürlich kein Zustand den wir noch weitere Monate oder gar eine noch längere Zeit akzeptieren können.

00:15:49: Gerade wir in Europa nicht, auch viele Volkswirtschaftler in Asien nicht die sehr stark von fossilen Energieimporten abhängig sind.

00:15:58: also ich kann einfach nur hoffen dass da weiterhin irgendwo konstruktive Verhandlungen stattfinden.

00:16:03: Wir haben das ganze ja vor Monaten schon mal so beleuchtet dass die beiden Hauptprotagonisten Amerika und auch Iran beide ein dringendes Bedarf haben, diesen Konflikt zu beenden und die Straße von Homoes zu öffnen.

00:16:15: Weil es wirtschaftlich für den Iran katastrophale Folgen hat.

00:16:18: Im Grunde genommen ist der Iran abgeschirmt oder abgeschnitten von der globalen Wirtschaft kann vor allen Dingen kaum noch Öl liefern.

00:16:26: aber auch für Amerika hat's eben massive Folgen weil du hast es eben angesprochen Die hohen Roelpreise führen zu massiv gestiegenen Spritpreisen an der Tankstelle Und das ist in Amerika genau der gleiche Fall wie hier.

00:16:37: Das ist ja global der gleicher Fall.

00:16:40: Also dieser wirtschaftliche Impact ist nach wie vor da.

00:16:42: Ja, nun waren ja bisher nach meinem dafürhalten die Amerikaner netto unabhängig von Öl-Improtten.

00:16:48: Du hast uns ein Chart mitgebracht, glaub ich das von einer ganzen anderen Seite mal sehr kritisch offenlegt in welcher Situation sich die Amerikane was ihre Ölvorkommen anbelangt oder ihre Lagerbestände in dem Falle kasten.

00:17:03: Wie sieht das aus?

00:17:04: Genau!

00:17:04: Das ist ein ganz spannender Kontext Vor dem Hintergrund der Frage, wenn man jetzt sagt wir haben ja schon über sechs Monate Rohöpreise von Achtzig bis Hundert Dollar und eigentlich in Anführungsstrichen funktioniert die Wirtschaft noch ganz gut.

00:17:18: Trotzdem ist der ökonomische Schaden natürlich da.

00:17:20: also wir können weniger konsumieren weil wir mehr Geld ausgeben beim Tanken.

00:17:23: genauso geht es Unternehmen auch das aber noch relativ überschaubar.

00:17:27: ein ganz wichtiger Punkt in diesem Kontext ist dass ein Teil das Ölangebot, dass durch die Sperrung der Straße von Hormuz nicht zur Verfügung stand in den letzten sechs Monaten über die Auflösungsstaatlicher Reserven ausgeglichen wurde.

00:17:40: Und das ist der Schad, den du gerade angesprochen hast wenn wir den kurz einmal einblenden können da sehen wir den Stand der strategischen Öreserven in den USA und dann sehen wir einen massiven Einbruch im Jahr zwanzig-zweiundzwanzig.

00:17:52: Das ist der Energiepreisschock im Zuge des Ukrainekriegs.

00:17:56: Dann sind die Öreserven ein kleines Stück wieder angestiegen und dann sehen wir jetzt eben am aktuellen Rand, an im Jahr zum Jahr ist es noch mal einen massiven Einbruch.

00:18:03: Wir haben mittlerweile Niveaus erreicht.

00:18:06: Das kann man ganz links am Chart sehen den Lagerbeständen, die wir Mitte der achtziger Jahre hatten in den USA.

00:18:13: Man kann eigentlich sagen, dass die staatlichen Reserven in den USA weitgehend geräumt sind.

00:18:17: Die gehen so in Richtung gesetzlicher Mindestmaße, die man auch haben muss.

00:18:22: Und wenn wir uns nach vorne schauen davon ausgehen müssen Dass die Straße von Hummus möglicherweise eben nochmal einige Monate gesperrt sein wird, dann müssen wir aus dieser Analyse heraus die Annahme nehmen.

00:18:35: Also dieses Zusatzangebot auf staatlichen Reserven heraus – das wird den anderen Staaten ähnlich sein – deutlich geringer ausfällt.

00:18:41: Das kann also sein selbst wenn keine weitere Eskalation kommt dass die Ölpreise einfach trotzdem weiter steigen weil diese Angebotskomponente mit wegfällt.

00:18:52: Die Frage ist natürlich dann, wie sieht der Verkehr überhaupt aus?

00:18:55: Und das können wir auch in Hand von zwei Grafiken noch mal zeigen.

00:18:58: An dieser Grafik hier können Sie erkennen die Verkehrsinternität in der Straße von Ammus eingebrochen im März, es fahren kaum noch Schiffe zwischenzeitlich weil's mal diesen zwischenzeitlichen Friedensvertrag und diese Verhandlungsphase gab.

00:19:13: Zwei Wochen lang ist ein bisschen verkehrt zurückgekommen aber jetzt findet er nicht wieder statt.

00:19:17: also die Straße ist de facto dicht.

00:19:20: Und wenn wir auf eine zweite Grafik mal schauen, das ist die Verkehrsentensität in der Meeresenge Bab Al-Mandab.

00:19:28: Das ist der Eingang vom indischen Ozean zum Roten Meer.

00:19:31: Da sehen wir ... Der Schiffsverkehr ist schon seit rund drei Jahren deutlich geringer ausgefallen als das vorherte Fall war.

00:19:39: Es liegt daran dass Angriffe von Huttierebellen schon Ende XXIII dazu geführt haben, dass Containerschiffe um die Südspitze Afrikas herumgefahren sind.

00:19:48: Jetzt ganz rechts ist die Kurve noch mal nach unten gegangen.

00:19:50: Das heißt, hier ist der Verkehr auch quasi zum Erliegen gekommen und das ist deswegen für den Ölmarkt so wichtig weil Saudi-Arabien Auswegrouten über Pipelines oder Lkw Ketten beispielsweise implementiert hat, die ihr Rohöl dann im Roten Meer verladen und eben diese Meerengenutzen.

00:20:07: Das heisst von dieser Seite kommt nochmal wieder ein zusätzlicher kleiner Dämpfer hinzu und wenn wir das gesamtwirtschaftlich mal analysieren kann man sagen Dann gibt es so Rechnungen vom IWF zum Beispiel oder von der EZB auch, die besagen ein dauerhafter Anstieg des Rohölpreises um zehn Prozent.

00:20:24: Bedeutet global ungefähr Null Komma Eins Prozent weniger Wachstum.

00:20:29: Die Situation haben wir mittlerweile und für Europa ist dieses Minus an Wachstem noch ein bisschen größer.

00:20:34: Das liegt bei Null Komma zwei oder null Komma drei Prozent weil Europa eben stärker leidet, weil eben sehr stark Energie preisabhängig.

00:20:42: also Wir müssen sagen Ja wenn wir wie gesagt den Eindruck haben in den letzten sechs Monaten Ging es halt noch?

00:20:50: Es ist durchaus davon auszugehen, dass bei nochmal monatelanger Sperrung dieser Lieferketten die Auswirkungen für die Wirtschaft stärker werden.

00:20:58: Also für mich ist vor allem eine große Frage, wann der Leidensdruck so hoch wird, dass sich bei uns endlich – wenn ich das so offen sagen darf – einer Form von Widerstand Regt.

00:21:10: Also großes Problem tatsächlich.

00:21:12: in Amerika stehen ja die Vorwahlen, die Mithirms an und gleichzeitig sind die Öl-Lagerbestände weitgehend aufgebraucht was sie eigentlich förmlich Trump dazu zwingen müsste eine Einigung mit den Iranern zu finden.

00:21:27: Eine Bemerkung darf ich noch einstreuen.

00:21:30: Der Hauptgrund, warum dort kein Schiffsverkehr stattfindet ist ja vor allem weil die Versicherer für sich entscheiden.

00:21:35: wir versichern die Schiffe nicht.

00:21:37: also nicht nur dass da möglicherweise Minen im Wasser sind oder andere Gefahr droht sondern die Versicherung haben auch nicht das Vertrauen und das ist glaube ich ein immer größeres Thema unserer Zeit.

00:21:47: vertrauen in viele Dinge.

00:21:49: wir kommen auch gleich nochmal dazu sei es die US-Währung die Politik oder eben in dem Falle Dinge den Wirtschaftsverkehr ganz stark betreffen.

00:22:01: US-Politik casten neue Zölle ab September, wir haben es glaube ich überall gelesen USA Kanada da wird wieder ordentlich wurden Sebel gerasselt dann kommen mit Terms Umfragewerte und kommen zurück zu den Prediction Markets möglicherweise Aktienmarkt usw.

00:22:19: Und vor allem großes Thema aus der letzten Woche die Rendite von US Staatsanleihen.

00:22:26: Ja, die Gemengelage ist komplex.

00:22:28: Christoph das hast du sehr schön dargestellt eben für mich.

00:22:30: man kann diese Kette ja noch noch förmlich einiges erweitern.

00:22:34: Also Trump bleibt bei seinem Lieblingsinstrument dem Zoll-Thema.

00:22:39: Das Iran Thema entgleitet ihn wahrscheinlich so ein bisschen.

00:22:43: da hat er jetzt keine zeitnahe Lösung da Die er eigentlich bräuchte und das möchte ich auch nochmal unterstreichen.

00:22:49: Aber das kann er nicht alleine entscheiden.

00:22:51: Das heißt, vielleicht ist es ein bisschen politisches Kalkül sich dann wieder auf die Dinge zu fokussieren, die er selber treiben kann.

00:22:57: Und das ist natürlich das Thema Zölle.

00:23:00: Es gab langwierige Verhandlungen mit Kanada, die sind am Ende gescheitert und Ergebnis ist jetzt dass es für verschiedene Warenkategorien, die aus Kanada nach Amerika exportiert werden, Zollsätze von bis zu fünfzig Prozent gibt, die Kanadier reagieren entsprechend mit Zölln ihrerseits auf amerikanische Importe.

00:23:19: Also das ist in Anführungsstrichen wie gehabt nur verschlimmert natürlich diese Situation zusätzlich.

00:23:24: Und auch dieses Thema Zölle und Protektionismus sind ja mittlerweile dauerhafte Belastungsfaktoren, die gehen ja nicht weg weil wir nicht mehr darüber sprechen sondern das sind einfach Dinge die dauerhaft eben auch des Wachstum ausbremsen.

00:23:37: Du hast es eben angesprochen mit Blick auf die Midterms also auf die im November anstehenden Zwischenwahlen wo große Teile des US-Kongresses neu gewählt werden Da sieht's mit den Umfragewerten weiterhin schlecht aus.

00:23:51: Die sind weitergefallen,

00:23:52: d.h.,

00:23:52: also stand heute besteht eine hohe Chance dafür, dass das Repräsentantenhaus demokratisch wird oder eine demokratische Mehrheit hat und es möglicherweise auch der Senat einer demokratischen Mehrheit haben.

00:24:05: Das wäre nicht außergewöhnlich.

00:24:07: Das ist vielen Präsidenten vor Trump zur Halbzeit ihrer Amtszeit schon so gegangen.

00:24:13: Trump wäre dann eine lame Duck.

00:24:15: Ich glaub die Titel möchte er nicht haben.

00:24:17: Darum ist die Kernfrage, in welche Richtung?

00:24:20: was kann sich eigentlich politisch noch tun um einfach die Stimmungslage zu drehen.

00:24:25: In den USA und wir haben vor der Sommerpause mal drüber gesprochen dass ein mögliches Szenario wäre das nochmal checks verteilt werden weil ja nach wie vor das wichtigste Thema in Amerika ist für die potenziellen Wählerinnen und Wähler von Trump.

00:24:39: Das ist vor allen Dingen, dass die Lebenshaltungskosten zurücksteigen.

00:24:42: Die Inflation in den USA ist ja noch höher.

00:24:44: Tanken in den USA ist genauso teuer geworden im Verhältnis wie bei uns.

00:24:49: Die Hypothekenzinsen sind immer noch sehr hoch.

00:24:52: Das ist das Kernproblem und viele der politischen Akzente, die Trump setzt erhöhen Inflationsdruck noch weiterhin.

00:24:59: Er muss da irgendwie gegen anarbeiten um eine Chance zu haben bei dem Midterm Elections besser abzuschnallen.

00:25:06: Vor der Sommerpause haben wir gesagt vielleicht werden Schicks verteilt an niedrige und mittlere Einkommen, um diesem Gefühl man kann sich nichts mehr leisten oder zu wenig leisten entgegenzuwirken.

00:25:16: Ich glaube also A hat es nicht stattgefunden bisher und ich glaube die Möglichkeit gibt's mittlerweile auch nicht mehr.

00:25:23: da kommen wir nämlich zu dem Kontext den du eben noch angesprochen hattest weil in den letzten Wochen ganz stark in den Fokus gerückt ist die Verschuldungssituationen in den USA.

00:25:33: Die US-Staatsschulden haben die magische Grenze von vierzig Billionen Dollar überschritten.

00:25:38: Es bedeutet bezogen auf die Wirtschaftskraft, also auf das Bruttoinlandsprodukt einen Maß von ungefähr ein hundertundzwanzig Prozent.

00:25:46: Das ist auch im internationalen Vergleich sehr hoch.

00:25:50: Deutschland steht schuldemäßig noch viel besser da und in diesem Kontext sind eben auch die Zinsen die Renditen bei langlaufenden Staatsanleihen sehr deutlich gestiegen.

00:25:59: Das können wir vielleicht kurz zeigen an der Grafik, die ich auch mitgebracht habe.

00:26:03: Die Renditen dreißigjähriger Staatsanleihen Für die USA, das ist die dunkelblaue Linie in diesem Fall.

00:26:09: Wir sind mittlerweile deutlich über fünf Prozent.

00:26:12: Das sind Niveaus, die haben wir seit rund zwanzig Jahren nicht mehr gesehen.

00:26:16: Was hier eine Rolle spielt, ist die anhaltende hohe Inflationen.

00:26:19: Die schieben Renditen am langen Ende nach oben aber eben auch die Sorge vor der immer weiter steigenden Staatsverschuldung.

00:26:28: Das heißt auch Amerika oder die USA müssen immer neue Anleihen emitieren und das Angebot wird immer mehr.

00:26:33: Dadurch steigen dann entsprechend die Zinsen.

00:26:36: Und vielleicht ein kleiner Aspekt noch an dieser Stelle, Christoph, du hattest das eben auch schon kurz angesprochen.

00:26:40: Die massiven KI-Investitionen der Hyperscaler, der großen Techunternehmen in den USA werden nicht mehr einfach so aus dem Cashflow diese Unternehmen bezahlt... Also aus dem Geld was sie ohne ihn verdienen mit ihren Kenntgeschäftsfeldern sondern auch diese Unternehmen imitieren nennenswert Anleihen also besorgen sich Fremdkapital.

00:26:57: Das heißt es gibt eine große Angebotsschwämme bei überschaubarem Angebot und das heißt jeder der Anleien emittieren will muss einen höheren Zins zahlen.

00:27:04: Das ist eigentlich der Effekt, der hier zustande kommt.

00:27:07: Und wir haben mittlerweile die Situation, dass sich die Regierung in den USA offensichtlich auch Gedanken macht über dieses Thema und das nicht wegignoriert.

00:27:18: In der letzten Woche ist der Finanzminister Scott Bessent an die Öffentlichkeit getreten und hat gesagt ... Die US-Regierung kauft Anleihen am langen Ende also versucht diesem Überangebot entgegenzuwirken indem sie selber kaufen Und es versucht so, allerdings mit einem relativ kleinen Betrag im Verhältnis zu den ausstehenden Schulden hierfür sinkende Renditen zusammen.

00:27:41: Das ist schon ein wichtiger Punkt.

00:27:44: in den letzten Monaten was eigentlich immer so wenn die Zinsen am langen Ende zu stark gestiegen sind dann hat Trump politisch irgendetwas gemacht um wieder für Beruhigung zu sorgen und die Karten hat er im Moment glaube ich nicht in der Hand.

00:27:54: Also, NBC hat das was besseren da letzte Woche entschieden.

00:27:58: Suffisant mit Stühlerücken auf der Titanic bezeichnet.

00:28:02: Insofern bleibt spannend, was da als nächster Schritt kommt ... Du hast es eben auch erwähnt, wir kennen das ja mit den Shacks oder wie du's bezeichnest hast noch aus der Pandemie.

00:28:14: Das sind das tatsächliche Geldgeschenke per Shack?

00:28:17: Wie kann man sich das vorstellen?

00:28:19: Oder ist in das Steuerreduktion für bestimmte Dinge Teile der Gesellschaft.

00:28:26: Es gibt alle möglichen Varianten, in den USA wurden tatsächlich Schecks verteilt, das ist wirklich so ... Das lief's dann nah an dem sogenannten Helikoptergeld.

00:28:34: Genau.

00:28:34: Das ist ja ein theoretisches Konzept soll aber eine da niederliegende Wirtschaft, sag ich mal, anregen, indem man einfach, wie gesagt, ein theoretischer Konzept mit einem Helikoptor übers Land fliegt und Geldscheine regnen lässt.

00:28:48: vom Ansatz her ist es ein ähnliches.

00:28:52: Aber wie gesagt, es war eine Ankündigung sehr gut.

00:28:54: Damen und Herren von Anleihenrückkäufen, die zwischen dem, wenn ich richtig lege, neunten September und im vierten November stattfinden soll.

00:29:02: Zunächst wer weiß was da noch obendrauf kommt?

00:29:07: Du hast vorhin ... Ich darf das Wort aufnehmen, lame duck gesprochen in Bezug zu Donald Trump.

00:29:14: Lässt sich das auf den USA-Arbeitsmarkt übertragen, Karsten?

00:29:17: In unserer Sommerpause sind auch dort wichtige Zahlen erschienen.

00:29:20: Und vordergründig sah es erst mal ganz stabil aus.

00:29:23: Die arbeitslosen Quote hat sich nicht unruhigen verändert und so weiter.

00:29:27: Es wurden neue Stellen geschaffen, aber im Hintergrund glaube ich ist einiges los was einen möglicherweise doch bedenklich stimmen könnte.

00:29:35: Ja, das stimmt die Arbeitsmarktdaten haben wir auch für einigermaßen Aufregungen gesorgt sagen wir so unter Kapitarmarkteilnehmern.

00:29:43: Also, was ist passiert?

00:29:44: Die Juli-Arbeitslosenquote ist leicht gesunken auf vier Komma eins Prozent.

00:29:49: soweit so gut.

00:29:50: Wir haben immer noch eine gute Beschäftigungslage in den USA.

00:29:53: die Anzahl der neu geschaffenen Stellen, eine weitere wichtige Kennzahl, die regelmäßig veröffentlicht wird, die ist gesunken.

00:30:00: also das Stellenwachstum ist negativ geworden.

00:30:02: es sind Stellen verloren gegangen minus dreiundzwanzigtausend und das war nicht erwartet worden Es waren positiver Wert erwartet wurden.

00:30:08: Und was noch hinzukommt ist dass die Daten aus den Vormonaten, was diese neu geschaffenen Stellen angeht deutlich nach unten revidiert wurden.

00:30:17: Also auch in den Vormonaten sind wesentlich weniger Stellen neu geschafft worden als man zunächst dachte.

00:30:24: Das deutet zumindest auf eine gewisse Schwäche am Arbeitsmarkt hin.

00:30:27: Jetzt muss man allerdings sagen ... In den USA ist es mit den Arbeitsmarktdaten anders als im Deutschland.

00:30:33: Das sind also keine harten Zahlen in Anführungsstrichen, die von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht werden hier sondern diese eben angesprochene Arbeitslosenquote basiert auf einer breit gefassten Umfrage unter den Menschen in Amerika, der Telefonumfrage.

00:30:48: Da sind sehr viele Leute die befragt werden und dadurch ist einigermaßen stabil.

00:30:52: aber es hat eben nicht diesen inhaltlichen Schwerpunkt wie das harte Arbeitsmarktdaten in Deutschland haben.

00:31:01: Die Anzahl der neu geschaffenen Stellen wiederum, die ich gerade angesprochen habe, die basieren auch auf eine Umfrage Unterunternehmen allerdings.

00:31:07: Dadurch kann diese Situation entstehen, wie jetzt im Juli das die Arbeitslosenquote singt.

00:31:12: Aber die Anzahl der Stellen ist auch gesunken.

00:31:15: Das heißt man wird in den kommenden Monaten genau schauen müssen, wie sich diese Datenlage weiterentwickelt.

00:31:22: Ich würde heute noch nicht so weit gehen und sagen es ist ein klares Signal für eine Abschwächung der Wirtschaft in den USA.

00:31:28: Es spielen auch andere Dinge in der Rolle, wie beispielsweise dass Menschen eher in die Selbstständigkeit gehen zum Beispiel gerade weil sie KI-Tools zur Verfügung haben.

00:31:37: Also überspitzt gesagt man kann als One Man oder One Moment Show heute mit ein paar KI-Agenten seine eigene Filme aufbauen und das passiert tatsächlich in Amerika.

00:31:47: also wir werden weiterhin hier genau schauen müssen wie sich die Lage entwickelt, wie die nächsten Arbeitsmarktdaten reinkommen.

00:31:54: Grundsätzlich ist meine Erwartung erst mal die wir werden in den USA weiterhin ein ganz ordentliches Wachstum sehen rund zwei Prozent vor allen Dingen resultierend aus eben diesen angesprochenen KI-Investition auf der einen Seite und aus expansiven staatlichen Impulsen auf der anderen Seite.

00:32:09: Wir reden ja gerne im Zusammenhang mit der amerikanischen Wirtschaft von einer sogenannten K-Shaped Economy.

00:32:15: Das kann man sich tatsächlich visuell vorstellen wie ein K. das untere Ende ist.

00:32:20: der Teil der Gesellschaft, Karsten, wenn ich es richtig verstanden habe ... die keine Aktien und keine Immobilien besitzen.

00:32:26: Die also nicht positiv betroffen werden von dem Aktienmarkt oder der Aktienkursentwicklung und dem Immobiliemarkt.

00:32:33: Und der obere Teil ist tatsächlich der ... Ja, des anderen Teils.

00:32:37: Gestern hab ich zynische Bemerkungen gehört.

00:32:39: Man sprach da von der I-Shaped Economy.

00:32:41: also der Punkt ist der kleine Teil derer die Aktien und Immobilien besitzen.

00:32:46: Und das denkrechtfallende Teil ist ja tatsächlich das größte Teil der Bevölkerung, die eben keine Vermögenswerte dieser Art haben.

00:32:55: Genau, das ist so ein ganz wichtiger Kontext.

00:32:58: Das erklärt natürlich auch die Umfragewerte?

00:33:02: Weil wenn vordergründig die Wirtschaft auf Basis unserer volkswirtschaftlichen Zahlen sehr gut läuft, was immer noch der Fall ist.

00:33:09: Dann hast du es eben nicht notwendigerweise, dass die Verteilung dieser Gewinne, die da generiert werden auch genauso positiv ist.

00:33:15: und bei unteren und mittleren Einkommen schlägt vor allen Dingen diese Aspekt zu Tage, den ich gerade angesprochen habe dieses Thema Affordability steigende Lebenshaltungsgosten.

00:33:25: viele Menschen in Amerika das wissen wir seit langem sind darauf angewiesen Kredite aufzunehmen, um ihre Lebenshaltung zu bezahlen.

00:33:34: Also Autokreditkarten, kredite Student Loans spielen eine ganz große Rolle in den USA.

00:33:40: für alle Kreditsegmenten müssen sehr hohe Zinsen gezahlt werden weil die Renditen von Staatsanleihen hoch sind.

00:33:45: Die hängen zusammen das haben wir eben gerade skizziert.

00:33:48: also es tatsächlich so dass es da eine zunehmende Unwucht gibt in Amerika die natürlich dem politischen Druck nochmal erhöhen.

00:33:57: Fast erwarten, dass die Regierung sich zu weiteren ... oder der Vergabe weiterer Paychecks entscheiden wird.

00:34:04: Wenn auch um da noch mal den Brennpunkt genau darzustellen?

00:34:09: Wenn dann nicht auf der anderen Seite wieder die Kapitalmärkte sich mehr Sorgen machen über die steigenden Staatsschulden weil Schex verteilen heißt Schuldengehen nach oben.

00:34:17: Das ist eine schwierige Gemängelade und man kann eigentlich sagen Trump hat da schlechte Karten in eigentlich jeglicher Hinsicht zur Zeit und es gibt keinen wirklich guten Ausweg.

00:34:30: Von daher wird umso spannender sein, was es eben noch von politischen Akzenten ... von Seiten der Politik für Akzente gibt mit Blick auf die im Novemberanstehende Mittags.

00:34:39: Das bedeutet aber beim Umkehrschluss auch, da sind wir schon beim nächsten Thema das die amerikanische Zentralbank tatsächlich in der Zange steckt kann man fast schon sagen Was kann man da als Weiteres vorgehen, erwarten Karsten?

00:34:55: Wir hatten ja vergangene Woche, glaube ich, wo das Bespuck veröffentlicht oder täusche ich mich da.

00:35:00: Und Mitte September am neunzehnten, wenn ich richtig liege wird die Entscheidung amerikanischen Zentralbanklizinsen zu erhöhen nicht zu erhöht gleichzulassen und vor allem die Ratio dahinter veröffentlich werden.

00:35:13: was lässt sich da erwarten?

00:35:14: zumal wir auch in diesem Jahr seit meinen neuen Fettpräsidenten haben der diese Guidance inzwischen auch ablegen möchte, also dass er versucht mit seinen Aussagen die Märkte so ein bisschen zu steuern und das Ganze prognostizierbarer zu machen.

00:35:31: Was kann man erwarten für den nächsten Monat oder Wochen?

00:35:35: Sagen wir mal wochen!

00:35:36: Für Freunde der geldpolitischen Beobachtung oder für Notenbankfreunde, die sich für eben Geldpolitik interessieren eine der spannendsten Fragen auf für die nächsten Wochen und Monate und der spannendste Entwicklung.

00:35:47: Du hast die Gemengelage eben angesprochen, also wir haben auf der einen Seite eben einen neuen Fettpräsidenten, der von Donald Trump ja ins Amt oder für das Amt vorgeschlagen wurde.

00:35:56: Der sich aber wie eigentlich der bisherige Fett-Präsident auch Renitent weigert, die Zinsen zu senken?

00:36:01: Warum macht er das?

00:36:02: Weil die Inflation zu hoch ist – wir haben es gerade beschrieben und in den USA hat die Notenbank zwei Zielsetzungen zum einen muss sie für Preissniveaustabilität sorgen, also für eine niedrige Inflasion.

00:36:13: Das Ziel ist nicht erreicht Und zum anderen muss sie für ein auskömmliches Wachstum sorgen oder für eine gute Auslastung des Arbeitsmarktes.

00:36:21: Das Thema hatten wir gerade, Stand heute ist die Auslastungen eigentlich noch da.

00:36:24: also es spricht wenig dafür die Zinsen zu senken.

00:36:28: das ist auch der Grund warum jetzt beim Zinsentscheid im Sommer hätte stattgefunden hat die Fett auch die Zinsen nicht gesenkt hat, sondern auf dem bisherigen Niveau belassen hat.

00:36:39: Es gab aber dazu wohl eine knappe Entscheidung.

00:36:43: im Nachgang wird immer gezeigt wie viele Mitglieder dieses Gremiums haben sich für einen Zinsanhebung ausgesprochen oder für eine Zinssenkung und keine Zinsenkung.

00:36:52: Das war ein knappes Ergebnis.

00:36:53: also es zeugt schon davon dass es auch innerhalb dieses fettgremium heiße Diskussionen gibt um die Frage.

00:36:59: Die Fett steht vor allen Dingen auch im Fokus vor dem Hintergrund dieser stark steigenden Zinsen, wie wir es gerade eben angesprochen haben.

00:37:08: Weil natürlich starksteigende Schulden zu stark steiggenden Zinzen führen.

00:37:13: das wiederum erhöht den Schuldendruck weil noch mehr Geld für Zins ausgegeben werden muss vonseiten des Staates und das kann mal soweit führen dass ist vielleicht schnell darken Rendite-Anstieg gibt, der die Märkte ein Stück weit verunsichert.

00:37:27: Und dann gibt es in dieser Situation ganz gottbessend aus dem Finanzministerium eigentlich gar nichts mehr tun weil seine Mittel sind zu gering.

00:37:35: In dieser Situation gibt es dann – das haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder in verschiedenen Krisen gesehen – eine letzte Instanz, die für Ruhe sorgen kann.

00:37:42: Das ist die Notenbank und das wäre dann die FED in diesem Fall.

00:37:45: Was müsste sie denn tun?

00:37:47: Die FED müsste ankündigen über Staatsanleihekäufe bei langen Laufzeiten das Rendite-Niveau zu drücken.

00:37:55: Das wäre höchstwahrscheinlich erfolgsversprechend, also das ist sozusagen es gute.

00:37:59: diese Ultima Ratio hat in der Vergangenheit in den vergangenen Krisen immer sehr gut funktioniert heißt aber auch dass die Fett, die eigentlich ihre Bilanz reduzieren möchte, die sich durch die Krisen der letzten Jahre aufgebläht hat und dass Kevin Bosch diesen selbst erklärten Zielen ein Stück weit von diesem Ziel abrücken müsste.

00:38:17: Gleichzeitig wäre das natürlich ein expansiver Schritt auch, denn Inflationsdruck gegebenenfalls noch mal erhöht.

00:38:22: Das ist tatsächlich ... Du hast es eben sehr schön beschrieben, die Fett ist da eigentlich in einer ganz schwierigen Gemengelage und wirkt sich, obwohl sie's nicht will, möglicherweise nach dem was die Märkte so fabrizieren an Zinssteigerungen produzieren danach richten müssen.

00:38:39: im Notfall werden also die Renditen zu stark steigenden, wer Sie die Instanz eingreifen müsst?

00:38:44: Ja

00:38:44: ich kann mich gut erinnern, Karsten Ziemlich genau vor einem Jahr an dieser Stelle,

00:38:49: d.h.,

00:38:49: drei Stockwerke weiter oben über das Thema Verschuldungsfähigkeit der Amerikaner gesprochen.

00:38:55: oder die Frage eben können wir das absurdum weiter betreiben?

00:38:59: Und die große Frage am Ende wenn ich dich richtig verstanden habe ist natürlich auch die Absorptionsfähigkeit des Weltmarktes für amerikanische Staatsanleihen.

00:39:07: Wir dürfen ja nicht vergessen dass sie sich verschulden auf dem Weg und irgendjemand diese Schulden, aber auch bzw.

00:39:14: ihnen diese Darlehen sozusagen geben muss?

00:39:16: Genau!

00:39:17: Und diejenigen, denen den amerikanischen Staat diese Darlegen geben, die werden durchaus weniger.

00:39:22: China ist da nicht mehr so erpicht drauf.

00:39:25: Selbst Japan größter Halter von US-Staatsanleihen ist ein bisschen zurückhaltend.

00:39:29: also das ist tatsächlich eine schwierige Menge.

00:39:30: Das

00:39:31: ist aber auch ein interessantes Thema.

00:39:33: wir hatten ja eben Scott Besson der entschieden hatte dass er ... amerikanische Staatsanleihen langlaufende aufkauft.

00:39:40: Das ist ja, er präsentiert da ja, wenn ich es richtig verstanden hab das amerikanisch-finanzministerium und auf der anderen Seite haben wir die amerikanischen Zentralbank, die auch solche Käufe vornehmen kann möglicherweise ein Thema was wir im nächsten Kapitalmarkt ausblicken noch mal ein bisschen näher

00:39:56: beleuchten

00:39:57: wollen.

00:39:57: Ich finde das hochgradig interessant.

00:40:00: Wir hatten's von der Verschuldung im KI Bereich Karsten.

00:40:06: Und auf der anderen Seite hast du eben dargestellt, dass die Verschuldung des amerikanischen Staates jetzt gerade vergangene Woche die Vierzig-Billionen-Marke überschritten hat.

00:40:18: Kann man da auch von der Blase reden, die dem nichts platzt?

00:40:20: Ich hab mir den Felsenheimer Podcast notiert.

00:40:25: Magst du da noch ein Wort zu verlieren?

00:40:27: Ja

00:40:28: genau sehr gern!

00:40:28: Also ich glaub wie wir jetzt auch rausgearbeitet haben es gibt eine Reihe an ... Schwierigen Konstellationen und Unwuchten, die zurzeit auf die Wirtschaft wirken.

00:40:38: Und die natürlich auch ihre Rückwirkungen an den Kapitalmärkten haben.

00:40:41: Ich habe jetzt meinen letzten Podcast mit Dr.

00:40:43: Jochen Felsenheimer aufgenommen.

00:40:45: Das ist jemand der sehr, sehr detailliert die Krisen der letzten Jahrzehnte fast Jahrhunderte analysierte, dazu auch verschiedene Bücher geschrieben hat.

00:40:54: Insbesondere eine Experte es für Staatsschuldenkrisen angeht oder Vertrauenskrisen Die aktuelle Lage mal analysiert und er warnt durchaus auch davor, dass es gewisse Bruchstellen gibt in dem wir uns gerade befinden.

00:41:08: Und die Gemengelage oder diese Wirkungskanäle haben wir eigentlich grade skizziert.

00:41:12: eine seiner Kernaussagen ist das In den vergangenen so zwanzig dreißig Jahren jede Krise die wir erlebt haben abgesehen von Corona vielleicht mit Sicherheit aber jede krise aufeinander aufgebaut hat.

00:41:25: um das jetzt aktuell ein Beispiel zu nehmen in den Jahr- und Negativzinsen gesehen.

00:41:33: Im Notenbanken haben ultraexpansive Geldpolitik betrieben, das hat unter anderem dazu geführt dass die Staatsschulden sehr stark angestiegen sind weil es sehr billig war sich zu refinanzieren und weil natürlich in Europa die Griechenlandkrise davor die große Wirtschaftskrise expansiv fiskalisch begegnet werden, der Staat hat Geld ausgegeben und sich verschuldet.

00:41:59: Das hat zu den hohen Schuldenniveaus geführt und wenn jetzt die Zinsen seit Jahrzehnte sehr stark gestiegen sind dann bedeutet das eben dass für die hohen schulden niveaus noch höhere zinsen gezahlt werden müssen.

00:42:11: dadurch steigen die Schulden auch weiter.

00:42:12: man kann durchaus von einer spirale sprechen die unterbrochen werden kann aber im moment ist sie an deutungsweise erkennbar.

00:42:18: hinzu kommt eben wir haben es angesprochen dass auch die großen US-Tech-Unternehmen online imitieren, also noch mehr Angebot auf den Markt bringen.

00:42:28: Und ein wesentlicher Aspekt der von Jochen Felsenheimer auch noch angesprochen wurde ist das Segment des Private Credit.

00:42:35: Das heißt also Unternehmen vor allen Dingen haben sich nicht mehr wie in Europa jahrzehntelang üblich nur über Banken refinanziert fremdkapital besorgt.

00:42:47: sie sind nicht nur Weg über öffentlich gehandelte Anleihen gegangen, über die wir gerade gesprochen haben.

00:42:53: Sondern sind zunehmend auch in den Private Markets aktiv gewesen.

00:42:57: und das heißt also Sie haben sich Kredite besorgt bei großen Kapital-Sammelstellen, großen Kapitallgebern.

00:43:04: Dazu wurden eigens Fonds kreiert, die breit Kapital eingesammelt hat mit vielen Anlegern, institutionellen Anlegers dieses Geld gebündelt und dann Krediten abgegeben haben an den Unternehmensektor.

00:43:15: Und das ist ein Segment, dass es weit weniger transparent als Kreditvergabe von Banken oder eben Anleiheemissionen trägt aber eigentlich zu dieser starken Schuldentwicklung wie wir sie gerade skizziert haben bei.

00:43:27: Oder eine zusätzliche Quelle.

00:43:29: So und diese Gemengelage wird von Jochen Felsenheimer also ganz genau auch adressiert und es wird eben im Grunde genommen auch gesagt da kann auch mal ein deutlicher Rücksetzer oder vielleicht sogar die nächste große Krise daraus resultieren.

00:43:46: Schwierig ist immer zu sagen, wann genau das sein wird?

00:43:49: Also man kann immer so die Ursachen und die Wirkungskanäle analysieren aber eben nicht genau sagen ab morgen ist der Creshta.

00:43:56: Aber es ist glaube ich sehr wichtig diese Wirkungszusammenhänge zu kennen dieser Analyse einfach sich mal anzuhören um nicht völlig euphorisch betäubt durch KI-Investitionen durch diese Landschaft zu laufen und zu glauben, dass Märkte nur steigen können.

00:44:13: Wir weisen in dieser Stelle auch immer dran hinten daraufhin, dass Rücksetzer an den Märkten normal sind – ich habe es eben schon angesprochen – auch bei den KI-Investitionen wird's über kurz oder lang Abschreibungsbedarf geben.

00:44:26: Und in dieser Phase ist es dann ganz wichtig, breit aufgestellte stabile Portfolien zu haben und durch diese Phase einigermaßen unbeschadet durchzusegen.

00:44:36: Vielen Dank, Carsten!

00:44:39: Ich werd jetzt grad so ein bisschen nachdenklich, kurz noch einen Wort zu dem Thema Private Credit.

00:44:44: Das sollte man oder das muss so verstanden werden, dass ist die Kreditpondent.

00:44:50: zur Private Equity?

00:44:52: Genau richtig!

00:44:52: Funktioniert im Prinzip identisch.

00:44:56: Du hast das tolle Wort O-Park verwendet also nicht so ganz transparent und da kommt meine Nachdenklichkeit her sehr geehrte Damen und Herren denn das erinnert mich jetzt doch so'n bisschen an dieser Prime.

00:45:08: Geschichte, das war im Jahr seven-eight.

00:45:11: Wo ja auch Immobilienkredite im Wesentlichen verbrieft wurden und umverpackt wurden wenn ich das so lapidar sagen darf.

00:45:20: Ich will jetzt den Teufel oder wir wollen den Teufe überhaupt nicht an die Wand malen aber es zeigt doch dass sich da etwas tut.

00:45:26: man versucht sich neue Wege der Verschuldung zu finden mehr ist das im Moment auch mal gar nicht.

00:45:31: Aber ich glaube man sollte durchaus auf der Hut bleiben.

00:45:33: Genau, es ist zweifellos eine gewisse Analogie da.

00:45:38: Auch das Subprime-Immovierensegment war ja vermeintlich bedeutungslos oder klein und zumindest für Europa aus europäischer Sicht nicht so viertelig interessant.

00:45:48: ein ganz spannender Aspekt noch und der klingt auch in diesem Podcast an darum lohnt es sich meinen Augen wirklich da mal reinzuhören ist auch die Erkenntnis meines Gesprächspartners dass er sagt funktionieren auch grundlegende Wirkungszusammenhänge an den Märkten einfach anders.

00:46:04: Er hat da verschiedene Beispiele, wir haben schon darüber gesprochen.

00:46:06: wenn Notenbanken wie in den letzten zehn, fünfzehn Jahren immer wieder gegeben massiv Anleihen aufkaufen dann geht das über ihre eigentliche Aufgabenstellung das Preissniveau zu stabilisieren hinaus.

00:46:19: Sie argumentieren zwar damit dass es notwendig war aber das verändert ganze Marktbedingungen und Marktverhältnisse.

00:46:27: Das ist eben dann nicht mehr nur Angebote und Nachfrage von normalen Marktteilennehmern, die die Kurse binden.

00:46:32: Andere Beispiele sind das Nennswert natürlich große ETFs also passiv gemanagete Fonds mittlerweile einen großen Einfluss haben auf die Märkte.

00:46:41: und ein drittes ganz besonders spannendes Beispiel fand ich.

00:46:44: er hat das Beispiel aufgezeigt von Social Media was in den letzten Jahren ja immer mal dazu geführt hat dass sich ich sage mal private Anlegerinnen und Anlegers verabredet haben eine einzelne Aktie im Kurs nach oben oder auch nach unten zu treiben.

00:47:00: Das ist übrigens verboten, wenn wir Banken das tun würden – oder Asset Manager privaten kann man es nicht verbieten und das hat jetzt nicht in der Breite aber doch punktuell immer auch mal Einfluss auf die Märkte und verändert Ebenwirkungszusammenhänge.

00:47:14: Und wir haben ganz am Anfang darüber gesprochen dass wir uns in so sehr bewegten Zeiten befinden Strukturbrüche stattfinden Und tatsächlich kann man das vielleicht so ein bisschen jetzt auch den Kreis schließen an dieser Stelle und einfach sagen, dass merkt man eben auch in die Kapitane.

00:47:30: Und wollen wir hoffen, dass wir viel dazugelernt haben in der Zeit seit der Subprime-Krise.

00:47:35: Wir haben angefangen mit dem Optimismus, den wir uns bewahren wollen.

00:47:40: Es ist viel los.

00:47:41: es ist immer schwieriger zu verstehen muss ich sagen.

00:47:44: eine gute Bank wird deswegen immer wichtiger.

00:47:46: sehr geehrte Damen und Herren.

00:47:48: Jetzt wollen wir aber doch wieder mit drei Punkten verabschieden Kasten

00:47:52: Ja, wenn wir jetzt noch vorne schauen die drei wesentlichen Punkte in meinen Augen oder die drei besonders bewegenden Aspekte.

00:47:58: Die haben wir im Grunde genommen schon angesprochen.

00:48:00: also es können ja auch nicht völlig andere Aspechte sein wie vor ein oder zwei Monaten.

00:48:04: natürlich wird weiterhin das Thema US-Politik gerade vor dem Hintergrund der Midterm Elections eine ganz große Rolle spielen.

00:48:10: Wir haben so ein bisschen rausgearbeitet.

00:48:12: auch man weiß eigentlich gar nicht so genau welcher Akzente Trump jetzt noch setzen wird aber er wird welche setzen da bin ich mir ziemlich sicher um nicht ohne etwas zu tun in diesen Status der lame Duck hineingleiten zu müssen.

00:48:26: Für uns gerade in Deutschland sind, glaube ich die Landtagswahlen besonders bewegend.

00:48:29: und dann eben die Frage wie sind die weiteren politischen Perspektiven?

00:48:34: Wie sind möglicherweise wirtschaftliche Ausblicke?

00:48:36: das wird mit Sicherheit ein Thema sein wo wir beim nächsten Kapitalmarkt ausblick drauf achten.

00:48:41: Und ja wir wollen nur da nicht.

00:48:43: Wir werden weiterhin auf die Straße von Homoos schauen wollen.

00:48:46: Ich würde vielleicht mal in diesem Kontext ein bisschen anderen Akzent mit reinnehmen.

00:48:51: Vordergründig wirken ja steigende Ölpreise erstmal inflationär, wie haben das gerade eben beschrieben?

00:48:58: An den Kapitalmärkten gibt es aber oftmals auch Entwicklungen die eher überraschend stattfinden und ich bin da vor kurzem mal gefragt worden was ist so ein blinder Fleck möglicherweise für die nächsten sechs Monate, denen viele Kapitarmarktateure nicht im Blick haben?

00:49:12: Es gibt durchaus die Chance und den möchte ich hier mal nennen diesen Aspekt dass Inflation Nicht nennenswert weiter ansteigt, selbst wenn die Ölpreise weiter steigen.

00:49:21: Zumindest nicht die Kerninflation also ohne ÖlPreise sondern dass sich die Inflation auch wieder senkt.

00:49:27: und das wäre natürlich dann der Fall, wenn das Wachstum durchhöre Öl Preise nochmal ausgebremst wird.

00:49:32: Das ist der eine Punkt.

00:49:34: Der andere Punkt der grundsätzlich inflationen Dämpft ist KI nämlich dann, wenn es gelingt Produktivitätsfortschritte tatsächlich zu erreichen einer Stunde Arbeit sozusagen, die sehr viel produktiver wird durch die Unterstützung von KI mehr Output zu generieren.

00:49:49: Und der dritte Aspekt, der vielleicht ein bisschen unterrepräsentiert ist, der auch Inflationen drücken könnte schon in den nächsten Monaten, ist das Verhalten Chinas an den Weltmarkten weil wir immer noch die Situation haben dass China massive Überkapazitäten hat eine schwache Bindnachfrage und kaum anders kann als die Produkte die da auf Halde stehen zu günstigen Preisen zu exportieren.

00:50:14: Also das könnte tatsächlich in meinen Augen ein Aspekt sein, den viele nicht adäquat auf der Agenda haben zurzeit.

00:50:20: Inflationen könnte eher weiter fallen oder zumindest nicht deutlich weiter steigen und wir haben das vor einigen Monaten ja schon mal skizziert.

00:50:28: Wir haben zwar wieder einen Energiepreisschock heute aber die Wahrscheinlichkeit dass wir hohe Einstellige oder noch höhere Inflationsraten sehen in den nächsten Monaten ist eigentlich kaum gegeben.

00:50:38: Also, wir reden von einer Lame-Duck.

00:50:40: Von blinden Flecken.

00:50:41: und vor allem wie wird sich die Inflation in den kommenden Monaten verändern?

00:50:45: Sehr geehrte Damen und Herren!

00:50:46: Ich muss persönlich sagen ich hab'九zig damals in New York angefangen mit meiner Karriere wenn man so sagen möchte... ...ich habe in diesen Jahren noch nie eine derart interessante Gesamtverfassung erlebt auf der Welt, in der Politik Auf den Märkten Makroökonomische Und freue mich sehr, Kasten, dass du uns ganz regelmäßig für die Bank als Chefökonom, Chef-Volkswirt hier zur Verfügung stellst.

00:51:14: Bleiben Sie neugierig!

00:51:16: Wir freuen uns sehr darüber, sehr geehrte Damen und Herren, dass sie sich dafür interessieren.

00:51:20: was Karsten Mumm und Donnern Reusche zu sagen haben.

00:51:23: Wir freuen uns auf den Kapitalmarktausblick im Oktober mit Ihnen, bin gespannt, was bis dahin passieren wird.

00:51:30: Schauen Sie sich gerne die Podcast-Felsenheimer-Podcast oder.

00:51:34: Report ist nur ein Stichwort.

00:51:36: Die sind bei uns auf der Homepage verlinkt.

00:51:38: Die können Sie sich dort anschauen.

00:51:39: Es sind noch viel mehr wirklich interessante Podcasts dort zu finden.

00:51:43: Wir freuen uns auf sie.

00:51:45: Machen Sie es gut!

00:51:47: Bis zum nächsten Mal.

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