Wo liegen Chancen, wo Risiken des Booms rund um KI – und wo stößt sie an Grenzen?
Shownotes
Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei DONNER & REUSCHEL, spricht mit René Laux, Vorstand der Consulting Team Vermögensverwaltung AG, über Beratung in der heutigen Zeit im Zusammenhang mit aktuellen Entwicklungen am Markt und im Bereich Künstliche Intelligenz. Es geht um die Stärken unabhängiger Vermögensverwalter, Regulierung und die Rolle von Banken als Partner und Wettbewerber. Die beiden diskutieren, wie Künstliche Intelligenz heute schon Anlageprozesse unterstützt und wo ihre klaren Grenzen liegen. Warum historische Daten allein nicht reichen, wenn Strukturbrüche wie Corona oder geopolitische Krisen die Märkte durcheinanderwirbeln. Welche Chancen und Risiken der KI Boom für Unternehmen, Bewertungen und Anleger wirklich mit sich bringt. Wie stark Emotionen wie Angst und Gier Anlageentscheidungen prägen und wie professionelle Beratung hier gegensteuert. Was Zinsen, Inflation und Realrenditen für die heutige Portfolioaufstellung bedeuten. Warum Aktien und „Real Assets“ trotz Schwankungen unverzichtbar bleiben. Und weshalb Vertrauen und Einfühlungsvermögen auf absehbare Zeit kein Algorithmus ersetzen kann.
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00:00:06:
00:00:26: Schönen guten Tag, liebe Zuhörerinnen und Zuhürger.
00:00:28: Ich begrüße Sie ganz herzlich zu Folge einhundertundfünfzehn unseres Markt-Kompakt-Podcasts von Donner & Reuschel.
00:00:36: Mein Name ist Karsten Mumm ich bin Chefvolkswirt bei Donner&Reuschel Und wir haben uns für die heutige Folge als These gesetzt über die werden sprechen wollen mit dem Gast.
00:00:46: dazu sage ich gleich nochmal was Die These lautet Kapitalanlage braucht auch künftig persönliche Beratung.
00:00:54: Also es geht um das Thema Kapitänanlageberatung, wir wollen auch über künstliche Intelligenz sprechen.
00:01:00: Es geht um Börse, es geht am Ende wahrscheinlich auch um Emotionen weil Börsel mal ganz viel mit Emotion zu tun hat.
00:01:06: und über dieses Potpourri an Themen freue ich mich sehr zu sprechen mit meinem heutigen Gast mit René Lauchs.
00:01:13: René, sehr schön dass du da bist als Gast heute in meinem Podcast.
00:01:17: Freut mich!
00:01:18: Ganz ganz jetztlichen Dank für die Einladung Carsten.
00:01:21: Ja René, fangen wir mit dir an.
00:01:22: Du bist Vorstand bei der Consulting-Team Vermögensverwaltung AG in dieser Funktion unter anderem zuständig für Strategien der Vermögenverwaltungen und für das Fondmanagement bei euch was davor an verschiedenen oder in verschiedenen Häusern im Portfoliomanagement tätig und dem Private Banking tätig u. a. bei MM Warburg bei der Deutschen Bank.
00:01:44: Das haben wir gemeinsam.
00:01:46: da habe ich mal gelernt dass ist schon sehr viel lange recht lange her.
00:01:50: Und ja, ich freue mich auf die nächsten rund dreißig bis vierzig Minuten mit dir zusammen um über Börse zu sprechen.
00:01:57: Über das Thema Kapitalanlage und Beratung wie angekündigt und möchte als erstes dir aber die Möglichkeit geben, Consulting Team vorzustellen.
00:02:06: was macht ihr?
00:02:08: Ja, sehr gern Karsten.
00:02:09: Wir beim Consulting Team Vermögensverwaltung AG sind einer der unabhängigen Vermögenverwalter in Deutschland.
00:02:17: davon gibt es ungefähr noch vierhundertfünfzig Stück.
00:02:21: wir gehören zu den ganz ganz frühen Gründern zu denen ich persönlich nicht gehöre sondern Meine Gründer Stefan Theuer und Thomas Bartelt sind schon Ende der neunziger Jahre auf die Idee gekommen, ihren Bankjob zu verlassen.
00:02:38: Und eine Vermögensverwaltungsgesellschaft zu gründen.
00:02:42: Was tun wir heute übrigens mit ungefähr forty-fünf Mitarbeitern um vielleicht eine grobe Idee zu haben?
00:02:51: Wie viele Menschen wir sind?
00:02:52: Wir verwalten so around about eine Milliarde an liquiden Assets tun das vor allem in individuellen Vermögensverwaltungsmandaten.
00:03:04: Zu
00:03:05: unseren Kunden zählen vermögende Privatkunden, Stiftungen, Semi-institutionelle Anleger, Unternehmer und so weiter also sehr breites Kundenspektrum.
00:03:18: was uns auszeichnet ist dass wir natürlich neben auch ein paar standardisierten Strategien sehr sehr individuell für unsere Mandanten Geld verwalten.
00:03:29: Daneben, das sei nur der Form halber erwähnt haben wir in einer unserer Schwestergesellschaften auch noch ein Versicherungsmarklergeschäft und Finanzierungsmarkler-Geschäft.
00:03:42: Warum tun wir das?
00:03:44: Einfach um unseren Mandanten alles aus eine Hand anbieten zu können.
00:03:49: rund um finanzielle Belange bis hin zu Testamentsvollstreckungen, Stiftungsgründungen und so weiter sind wir da mit einem breiten Netzwerk am Markt aufgestellt.
00:04:00: Ich sehe das vielleicht noch kurz erwähnt weil ich eben sagte hier bin keiner der Gründer bin vor zweieinhalb Jahren dazu gestoßen ist vielleicht auch durchaus erwähnenswert nämlich meine Gründern die Ende der Neunziger gegründet haben stehen wie so viele in der Branche natürlich vor den Herausforderungen des Mittelstandes und so ist es bei den Vermögensverwaltern häufig auch, nämlich wie regeln wir unsere Nachfolge.
00:04:26: Und das haben wir in unserem Fall sehr früh und gut geschafft, nämlich dass wir noch eine komplette Vorstandsperiode gemeinsam haben, sehr frühzeitig angefangen haben die Nachfolger aufzubauen und ich darf das in persönlicher Form seit zweieinhalb Jahren im Vorstand tun.
00:04:48: Okay, sehr schön.
00:04:49: Vielen Dank dafür.
00:04:49: und von wo aus tut ihr das?
00:04:51: Ganz kurz noch mal euer Standort.
00:04:53: Genau der Hauptstandort ist in Hildesheim Das ist der Gründungs-Standort.
00:04:57: Da ist auch das gesamte Backoffice und Portfolio mit Wind angesiedelt.
00:05:02: Daneben haben wir noch standorten Hannover in Braunschweig In Göttingen.
00:05:08: Damit sind wir Niedersachsen gut abgedeckt Und eine kleine Depondance Haben wir noch im Nordhausen
00:05:16: Klasse.
00:05:17: Du hast es eben schon angedeutet, du bist ehemaliger Banker, eure ursprünglichen Gründe auch?
00:05:23: Ja und übrigens von unseren Mitarbeitenden vor allem die mit Mandanten arbeiten und im Portfolio-Management sind das ausschließlich Banker mit Bankkarriere.
00:05:37: also das zieht sich durch die gesamte Firma.
00:05:41: Ja, und das zieht sich nicht nur durch die Firma bei euch sondern auch durch die Branche.
00:05:44: Es gibt ja eine Reihe unabhängiger Vermögensverwalter, die in den letzten Jahrzehnten gegründet wurden wo also ehemalige Banker oft Privatebänker sich einfach selbstständig gemacht haben.
00:05:54: Also offensichtlich sagen diese Beratungsdienstleistung kann ich auch auf eigene Rechnungen machen dann gibt es seit.
00:06:06: Das kannst du vielleicht auch mit Sicherheit vor dem Hintergrund deiner persönlichen Motivationen beschreiben.
00:06:13: Was macht den Reiz aus, dann ein eigenes Unternehmen zu gründen oder eben in einen unabhängigen Vermögen zur Walter einzusteigen im Vergleich zu dem Job in der Bank?
00:06:24: Ja absolut und ich bin ja dadurch zum Unternehmer geworden glaube ich.
00:06:30: ein wesentlicher Grund, der viele der Vermögensverwalter angetrieben hat.
00:06:36: Nämlich als Unternehmer agieren zu können vor allem aber auch als Vermögen Verwalter wirklich komplett unabhängig agieren Zu können.
00:06:45: das hatte in der Vergangenheit und auch heute Karsten was es richtig angesprochen fast fünfhundert Vermögungsverwaltern Deutschland eben dazu gebracht sich zu gründen, aus häufig sehr häufig Bankkarrieren heraus.
00:07:01: Gar nicht weil Beratung in der Bank schlecht ist sondern weil du als unabhängiger Vermögensverwalter einfach die völlige Breite natürlich an Produkten anbieten kannst aber und das ist wahrscheinlich der wesentliche Grund wir ausschließlich für unsere Mandanten arbeiten und denken und uns auch ausschließlich von unseren Mandanten für die Dienstleistung bezahlen lassen.
00:07:27: Und diese Freiheit, die gleichzeitig natürlich auch ein hohes Maß an Verantwortung hat vor allem gegenüber den Mandanten und deren Vermögen aber auch natürlich gegenüber der Mitarbeitenden.
00:07:39: das macht denen ganz besonderen Reiz aus.
00:07:44: Ja, das glaube ich auf jeden Fall.
00:07:45: Und ich sage mal unternehmerisch selbstständig zu sein, bebeckt natürlich auch ein Risiko.
00:07:49: aber die Freiheiten wie du das beschrieben hast und bei euch als unabhängiger Vermögensverwaltung ist es natürlich auch so.
00:07:55: ihr habt ja auch eine Regulierung oder regulaturische Vorgaben zu erfüllen Die auch nicht ohne sind.
00:08:00: in Anführungsstrichen Banken wissen einen Lied davon zu singe Bei bei euch sicherlich auch.
00:08:05: Das heißt man braucht auch schon der gewisse Größe und was es eben skizziert Ihr seid ja schon recht groß um sowas Ich sag mal vor dem Hintergrund des Aufwands, des regulatorischen Aufwandts und des technischen Aufwandts natürlich auch sinnvoll umsetzen zu können.
00:08:17: Richtig?
00:08:17: Absolut ist ein ganz wichtiger Punkt der auch für die Mandanten wichtig ist also das Thema Regulatorik und da möchte ich jetzt nicht auf die Regulatoren wäschen.
00:08:28: Die ereilt uns in ähnlichen Maße wie die Banken so dass sogenannte Wertpapierinstitut dem wir unterliegen, ist eben ein Teil nachfolger des KWG.
00:08:40: Also früher warst du als Vermögensverwalter genauso den KWB unterworfen wie Banken.
00:08:45: daraus abgeleitet gibt es das Wertpapierinstitutsgesetz und wir werden genau so oder sehr ähnlich reguliert durch die Waffen und durch die Bundesbank, dass bei Banken auch der Fall ist Und natürlich ist es so, dass es dann eben eine gewisse Größe braucht um all diese Anforderungen zu erfüllen.
00:09:07: Ich hoffe, so wird das ja signalisiert und das geht euch als Bankhaus Denke ich auch so, dass kleine und mittlere Institute dann hoffentlich von der Regulierung etwas weniger in Zukunft belastet werden.
00:09:22: Zumindest die Verlautbarungen der BAFEN ist die Absicht gegeben da etwas maßvoller zu
00:09:28: agieren.
00:09:29: Genau darauf warten wir auch oder natürlich hoffen wir darauf.
00:09:32: Ich glaube man kann da auch wenig, ich sag mal also die ganz großen Adressen natürlich schlecht über einen Kamm scheren mit kleineren mittelständischen Unternehmen.
00:09:40: Und wiederum muss man natürlich auch den Vorteil der Regulierung sehen.
00:09:43: Das heißt sowohl eure Kunden als auch unsere Kunden und wir sind ja auch Wettbewerber durchaus in diesem Kontext, also wir bieten ja auch Vermögensverwaltungs- und Beratungsdienstleistungen an.
00:09:52: aber man kann sich sowohl bei euch als auch bei uns einfach sicher sein dass wir keine selbst erklärten Finanzexperten sind von auf die man ja auch stoßen kann sagen wir mal so im öffentlichen Fall
00:10:00: absolut.
00:10:01: ich finde das ist ein ganz wichtiger Punkt uns als Vermögensverwalter, wahrscheinlich viel häufiger als das bei euch der Fall ist begegnet diese Frage hin und wieder schon von Wandanten zu sagen wie ist das denn bei euch?
00:10:13: Ist es ähnlich wie bei einer Bank.
00:10:15: die seid ihr eigentlich reguliert.
00:10:17: Wie funktioniert das?
00:10:18: Und da ist es natürlich hilfreich zu sagen wir sind ähnlich oder genauso reguliert wie eine Bank und es gibt ja weitere Schnittmengen auf die wir sicherlich noch kommen dass wir eben natürlich in einem Teil des Geschäfts Mitbewerber oder Wettbewerbers sind, wie du es eben gesagt hast.
00:10:35: Aber auf der anderen Seite ja auch miteinander kooperieren und wir ja sehr bewusst auch Banken brauchen um die Wertpapiere unserer Mandanten verwahren zu lassen.
00:10:46: Genau das wäre nämlich die nächste Frage gewesen.
00:10:48: Wir sind auch Geschäftspartner völlig richtig.
00:10:50: Das heißt ihr seid eben keine Bank.
00:10:53: Ihr braucht weiterhin eine deproführende oder eine kontoführende Stelle Bei dem dann die Depots oder die konnten eure Kunden, oder so ihr Fonds Managed der Fond halt gehostet wird sozusagen.
00:11:06: Ja
00:11:06: vollkommen richtig.
00:11:08: Also du hast es angesprochen also wir verwalten auch eigene Fonds drei an der Zahl und einen weiteren managen wir für eine andere Gesellschaft.
00:11:18: also dafür braucht ist natürlich die Probanden wie euch.
00:11:22: Und zum anderen ist es ja so, dass wir als Vermögensverwalt haben Grunde genommen zwei Dienstleistungen für den Mandanten voneinander trennen.
00:11:30: Nämlich das Thema dem Puh-Verwahrung was klassisch natürlich immer die Bank macht und häufig ist es so, daß die Bank dann eben die Beratung oder Vermögen Verwaltung gleich mitmacht und wir trennen das von einander und sagen wir brauchen eben Banken wie euch Die Wertpapiere verwahren wo wir die Orders drüber abwickeln die jenigen sind, die das Portfolio managen und von unseren Mandanten natürlich im Rahmen ihrer persönlichen Anlagestrategie dann eine Verwaltungsvollmacht, eine Dispositionsvollmach für die Depot-Werte
00:12:03: bekommen.
00:12:05: Genau!
00:12:05: Und hier die andere Seite sozusagen dieser Partnerschaft haben wir vor einigen Folgen hier bei uns auch im Podcast besprochen.
00:12:13: da habe ich nämlich gesprochen mit meinem Kollegen Gunnarike der verantwortlich ist für das Hervorstellengeschäft.
00:12:18: also er kann jeder von ihnen Liebe Zuhörerinnen und Zuhöhre, dann auch da nochmal reinhören.
00:12:22: Und sozusagen die Seite dieses Geschäftsmodells mit anhören.
00:12:26: so viel vielen Dank.
00:12:27: erst mal lieber René für die Hintergründe, für deine persönlichen Hintergründung und die eurer Company.
00:12:33: Lass uns in die innerlichen Themen einsteigen und ich habe gesagt es soll um Beratungen gehen und vor allem persönliche Beratung.
00:12:40: und warum kommen wir überhaupt auf diese Systeme oder auf diese These?
00:12:43: Weil KI natürlich eine ganz große Rolle spielt, gefühlt in jeder Facette unseres Lebens.
00:12:49: Also zumindest in jedem Unternehmen würde ich sagen also wenn wir heute unternehmen über den Weg laufen die sagen KI brauche ich nicht dann bin ich da erstmal skeptisch.
00:12:56: Also KI wird auch in unserem Job ureigenen Job einer Rolle spielen und die Frage ist eigentlich ja in welcher Art und Weise wird und jetzt erst mal nur Geschäftsprozessechnik sozusagen bei euch oder bei Vermögensverwaltung, Vermögenberatung allgemein KI eigentlich Einzug erhalten.
00:13:17: Es gibt ja verschiedene Facetten entweder in Entscheidungsmodellen und bessere Anlagerergebnisse zu erzielen oder um die Produktivität des Unternehmens zu erhöhen, ich sag mal zukünftig KI Agents anzustellen und weniger Menschen anzustelle, in welche Richtung kann so was gehen?
00:13:32: Wie denkt ihr über KI nach?
00:13:33: Ja, wir denken sehr viel über KI nach und wir setzen KI auch an einigen Stellen schon ein.
00:13:41: Also es ist natürlich so dass die KI an vielen Stellen heute schon hilfreich ist und ich würde auch die These aufstellen sie wird an vielen Ställen noch viel hilfreicher werden.
00:13:57: Sie wird aber – und das möchte ich als These in den Raum stellen Einigen Stellen, insbesondere in unserem Geschäft und ich würde auch vermutlich eurem Geschäft die Menschen am Ende nicht ersetzen.
00:14:08: Also was tun wir mit KI?
00:14:10: Wir nutzen KI vor allem zur Datenanalyse.
00:14:14: Es ist natürlich heute so dass einfach die Menge an Daten die verfügbar ist unglaublich groß ist Und diese Daten nur mit Menschen zu analysieren, zu filtern.
00:14:27: Natürlich schwierig wird.
00:14:29: also das die KI sehr hilfreich natürlich die Menge an Daten zu konsolidieren Mit den Filtern der richtigen Parameter Die relevanten Daten herauszufiltern und daraus ableitend und das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt.
00:14:47: Es ist so dass zumindest bei uns Am Ende aus der Vielfalt der Daten, Unternehmensdaten wie Landszahlen, Sensitivitätsanalysen die wir nach unseren Parametern steuern und filtern.
00:15:00: Das bei uns aber in den Menschen sitzen, die die Entscheidungen für die Mandanten treffen.
00:15:05: Im Regelfall sind es ja bei uns Delegationsmandate oder mit den Mandanten besprechen Und ich glaube das ist der entscheidende Punkt wo die KI eben nicht ersetzen kann.
00:15:17: Die KI hat ja einen ganz wunderbaren Vorteil.
00:15:20: Sie kann auf sehr viele historische Daten zugreifen, was unsere Erfahrung nach eine KI nur sehr beschränkt kann ist eben prognostizieren und künftige Korrelationenabhängigkeiten nach vorne so zu kalkulieren wie wir es dann am Ende für richtig halten.
00:15:39: insofern Ja, KI ist hilfreich.
00:15:42: KI wird Effizienzgewinne bringen an ganz vielen Stellen aber sie wird weder euch als Bank noch uns als Vermögensverwalter im Kundengeschäft ersetzt.
00:15:52: Den Punkt fand ich ganz spannend.
00:15:53: eben es gibt auch Grenzen von KI zumindest noch heute und das ist ein ähnlicher Blick den ich auch habe.
00:15:58: wenn wir auf die Börse schauen Dann, wie soll ich das sagen?
00:16:01: Da gibt es ja lange Zeit so gewisse Gesetzmäßigkeiten.
00:16:05: Auch wir haben immer schon versucht ohne KI früher irgendwie auf Excel mit eigenen Zeit rein.
00:16:11: Ich sag mal Zusammenhänge zwischen verschiedenen Variablen zu erkennen.
00:16:15: aber was es eben immer gab ist also auf der einen Seite vor allen Dingen den Unterschied zwischen Backtesting also das was du in der Theorie gemacht hast und der Wirklichkeit.
00:16:24: nicht alles was auf Excel funktioniert hat funktioniert dann auch im wirklichen Leben.
00:16:29: Und das andere ist, es gibt Strukturbrüche auch.
00:16:33: Also nimm die Corona-Krise wo man einfach sagen muss, dass hat einen riesengroßen Impact auf die Märkte.
00:16:40: Das hat's aber in der Vergangenheit noch nicht gegeben.
00:16:42: also das kann ich in Form irgendwelcher Zeit reinig abdeln.
00:16:45: und das ist der Punkt wo du sagst du das da stößt halt KI dann auch an die Grenze und da muss es eine menschliche Interaktion geben.
00:16:52: Das ist genau das, was ich damit meine karsten und ich glaube da deckt sich unsere Meinung.
00:16:57: Ja für historische Daten ist es gut aber gerade in Bezug auf die Börse ist es doch am Ende so dass sich die Zusammenhänge und die Abhängigkeiten ständig verändern und die Zusammen Hänge der Vergangenheit sind nicht die Zusammen hänge von heute.
00:17:12: und das zu antizipieren, uns frühzeitig zu erkennen.
00:17:16: Das ist ja unser Job.
00:17:18: Dafür braucht es am Ende die Menschen um das zumindest in der KI so zu kalibrieren dass sich die relevanten Daten herausfilterne und daraus ableitend eine Entscheidung treffe.
00:17:31: Und ich glaube auch und du weißt das Es gibt natürlich erste Modelle an Markt wo der KI dann am ende auch Anlage Entscheidungen überlassen werden.
00:17:41: Ich persönlich glaube, das ist keine gute Idee.
00:17:45: Denn wenn es am Ende so wäre einfach mal als These in den Raum gestellt dass die meisten Entscheidungen der KI überlassen werden dann wirkt es natürlich auch Risiken, dass sich die KIs im Wettbewerb gegenseitig zu Dingen motivieren und Entscheidungen treffen, die dann wieder ganz andere Risiken an den Märkten zeigen könnten, die wir heute vielleicht noch gar nicht ahnen.
00:18:10: Absolut, das ist auch ein wichtiger Punkt.
00:18:12: Also man weiß ja nicht in welche Richtung sich KI-Modelle einfach entwickeln weil die sich selber ja fortschreiben?
00:18:17: Das ist glaube ich der spannende große Unterschied.
00:18:20: im Vergleich zu dem Fließband sag' ich mal was vor hundert und X Jahren eingeführt wurde.
00:18:25: Das war ein Stück weit berechenbarer und sprechen werden wir auch weiterhin persönlich.
00:18:31: Das gilt für euch natürlich und für uns mit unseren Kunden.
00:18:38: K.I.,
00:18:38: glaube ich, kann einfach eine große Rolle spielen in einem großen Datenmengen zu überarbeiten oder dabei zu helfen diesen Herrn zu werden wie du es geziert hast wenn wir über KI mal im anderen Kontext nachdenken nämlich die Wirkung die KI und das ist ein ganz großes Feld an der Börse spielt.
00:19:00: Da haben wir monatelang jetzt irgendwie darauf geguckt und die Frage ist immer noch nicht geklärt, refinanzieren sich diese riesengroßen Milliardeninvestitionen irgendwann mal oder übersetzen sie sich in Gewinne der großen Tech-Unternehmen.
00:19:12: Das ist die eine Frage.
00:19:14: Die andere Frage, die eine Rolle spielt kann KI?
00:19:19: Und da gilt es dann Branchen übergreifen das trifft eigentlich jedes Unternehmen Produktivitätsgewinn erzeugt und damit die Gewinnaussichten von Unternehmen verbessern oder auch das spielt ja eine Rolle.
00:19:27: stehe ich vor Software KI vielleicht dafür, dass bestehende Geschäftsmodelle zukünftig gar nicht mehr werthaltig sind.
00:19:34: Also wenn wir überschwitz gesagt Coding, Programmierung alle selber machen, glaube ich nicht.
00:19:39: aber jetzt mal überschwitzt gesagt mit KI-Modellen braucht es keine Softwareunternehmen.
00:19:43: also das bringt schon eine unheimliche Dynamik und gleicher Punkt wie eben auch Strukturbrüche natürlich rein in die Börse.
00:19:50: Wie geht ihr jetzt unter Investment Gesichtspunkten mit diesem Thema KI um?
00:19:56: eine klare Frage zu äußern, sind das eher so überzogene Erwartungen oder stehen wir am Anfang einer Entwicklung?
00:20:02: Vielleicht kannst du damit mal anfangen.
00:20:04: Also danke erst einmal dass du die Frage am Ende erstmal noch auf eine reduziert hast.
00:20:09: Du hast so viele Fragen gestellt.
00:20:10: hier können wir gerne auch nach und nach arbeiten aber es ist natürlich is KI das Thema der Börse.
00:20:18: ich glaube Seit zwei, zweieinhalb drei Jahren ist es immer wieder so dass natürlich und du sprichst es zurecht an KI im positiven Sinne den Markt zieht.
00:20:30: Wir wissen glaube ich alle das natürlich in dem Kapitalmarkt gewichteten Indizes die großen KI, die großen Tech-Werte auch dazu führen, dass wir Höchststände an den Börsen sehen.
00:20:45: In Teilen glaube.
00:20:49: Aber wir sehen auch, dass die Fragestellung – das ist eben angesprochen – wenn wir die Softwarebranche nehmen.
00:20:55: Das war ja jetzt eine Branche vor einigen Wochen, die dann mal sehr hart abgestraft wurde als Thema wurde es könnten viele Softwareunternehmen ihre Daseinsberechtigung durch KI verlieren.
00:21:09: Dann wirst du dich auch erinnern, da waren zeitweise sogar die Banken, dass man gesagt hat okay plötzlich haben die Bankwerte verloren weil kurz am Markt Interpretiert wurde, auch da könnte die KI-Banken an einigen Stellen ersetzen.
00:21:24: Soweit geht es vielleicht nicht.
00:21:28: vor allem geht das vielleicht auch nicht so schnell.
00:21:31: unter Investmentgesichtspunkten ist die Frage aller Fragen wird sich all das was der Markt heute interpretiert in Cashflow und vor allem im Gewinn in diesem Wachstumsraten dauerhaft manifestieren.
00:21:48: Bis hierhin hat es das an vielen Stellen getan, also wenn wir auf einzelne Titel schauen die die Märkte so nach oben ziehen dann ist es ein großes angesprochen ohne dass jetzt natürlich irgendeine Form von Empfehlung oder Ähnlichem darstellen sollen.
00:22:03: alle schauen auf Nvidia ob denn dann die nächsten Zahlen wieder so sind wie's der Markt erwartet hat und die Erwartungshaltung wird natürlich immer größer.
00:22:14: Das hat sich seit vielen Quartalen bestätigt.
00:22:17: Deshalb sind die Effizienzgewinne sicherlich zu sehen, vor allem bis heute und das ist für die Zuhörer vielleicht auch noch mal wichtig.
00:22:27: Gibt es glaube ich einen sehr großen Unterschied zur damaligen Dotcom-Blase, die ja jetzt gern wieder herangezogen wird und verglichen wird?
00:22:35: Dann haben wir jetzt die Dotcom Blase zwei Punkt Null.
00:22:40: Das glaube ich nicht!
00:22:41: Im wesentlichen Unterschied reden wir heute darüber, dass die Unternehmen über die wir sprechen echtes Geld verdienen und im Regelfall auch so viel Geld verdient.
00:22:50: Dass sie diese Riesenmitteljahre Investitionen, die du angesprochen hast aus ihrem Cashflow, aus ihren Gewinnen bezahlen können oder zumindest so stabil sind das sie die Finanzierungen dafür stemmen können.
00:23:03: Das war zu der Dotcom Lase nicht der Fall.
00:23:06: Also du wirst dich sicherlich auch daran zurück erinnern, da haben wir häufig über Unternehmen gesprochen.
00:23:11: Die haben noch gar kein Geld verdient und haben große Verluste geschrieben.
00:23:14: Und die Wetter auf die Zukunft war damals deutlich größer – nichtsdestotrotz!
00:23:20: Dann bin ich mit meiner langen Antwort fertig.
00:23:22: Es ist natürlich so dass die Bewertungen sehr ambitioniert sind und das es natürlich je höher die Erwartungshaltung ist, ist irgendwann sicherlich schwieriger wird die dauerhaft zu halten?
00:23:37: Ja, das glaube ich.
00:23:37: Vielen Dank für die lange Antwort.
00:23:39: Die Frage war ja auch lang und komplex also insofern passt dir das.
00:23:43: Das heißt also wenn wir das mal vergleichen mit mit neunundneinzig zwei tausend genau das hatte ich auch so im Kopf würde ich voll unterschreiben wie du das gesagt hast.
00:23:52: Wenn man das Mal ein bisschen evolutorisch betrachtet dann war das aber ja schon auch eine erste Stufe Eine Übertreibungsphase sicherlich Aber eine erste stufe sag Ich mal jetzt So der Internet Revolution die Dann Eigentlich na ja, grob gesagt, zwanzig folgenden Jahre sehr stark geprägt hat und die auch Produktivitätsgewinne dargestellt hat.
00:24:11: Würdest du sagen das ist vergleichbar wenn man das so sieht?
00:24:13: Und kann man daraus ableiten, kann ich es auch erst am Anfang?
00:24:17: Ja also das absolut!
00:24:21: Also die Effizienzgewinne, die damit einhergehen können wir uns vielleicht heute noch gar nicht so recht ausmalen.
00:24:27: Das eine ist ja KI im Coding in Software.
00:24:31: Ich glaube es gibt noch viele andere spannende Bereiche.
00:24:34: also gerade das Thema Robotik ist sicherlich ein sehr sehr großes Thema.
00:24:38: also Wohrschaft ist die KI dann?
00:24:40: produktivitäts Anwendungen zu ersetzen oder zumindest deutlich effizienter zu gestalten beim Thema Lieferketten und so weiter?
00:24:50: Energiemanagement natürlich ein riesengroßes Thema.
00:24:54: Da sind wir möglicherweise vor einer großen Revolution, die uns das will ich ganz deutlich sagen es gibt Menschen denen das große große Angst macht dass wir dann Arbeitsplatzverluster haben und dass das möglicherweise dann auch wieder Inflationen befördert etc.
00:25:12: Das glaube ich nicht.
00:25:13: also auch wie damals Die Arbeitswelt wird sich möglicherweise an einigen Stellen verändern Es werden vielleicht andere Fähigkeiten gefragt werden.
00:25:24: Es ist gut, dass die KI Effizienzgewinne hervorbringt.
00:25:28: also gerade für Länder in einer ähnlichen demografischen Situation sind wie wir in Deutschland es natürlich sehr hilfreich wenn wir kein Fachpersonal haben Arbeitskraft ersetzen kann an einigen Stellen, glaube ich.
00:25:44: Ist es hilfreich?
00:25:45: und ja, ich glaube das ist eine Revolution an vielen Stellen und möglicherweise einen Einigen, an dem wir es heute noch gar nicht so recht sehen können?
00:25:53: Also würde ich voll unterschreiben.
00:25:55: Ich beschreibe das immer so wie müssen eigentlich technologisch und da spielt keine große Rolle aber auch andere Technologien?
00:26:00: du hast eben einige genannt Robotik Automatisierung alles was da rein fällt.
00:26:03: Wir müssen eigentlich alle Register ziehen, um die Herausforderungen zu meistern vor dem wir gerade stehen.
00:26:08: Demografie ist eine Klimawandel, es sind andere, die verketten werden umgebaut und und und also das würde ich voll unterstreichen.
00:26:16: Und insofern finde auch wir haben keine Bubble Die mit neunundneinzig zwei tausend vergleichbar ist.
00:26:23: eine andere Konstellation merke ich übrigens auch daran, dass ich ganz viel sehr kritische Gespräche für zu dem Thema und mir eigentlich niemand über den Weg läuft.
00:26:34: Er sagt wir haben die New Economy das war der Schlagwort damals.
00:26:38: Alte Bewertungsparameter gelten nicht mehr es geht nur noch bergauf.
00:26:43: jetzt mal überspitzt gesagt KI macht alles platt.
00:26:45: also da habe ich solche Gespräche.
00:26:47: kaum ist eine große Skepsis darin.
00:26:49: das heißt auch dass wir nicht über euphorisch sind an den Märkten Stichwort Euphorie ganz viel Emotionen spielt an der Börse ja, oder anders gesagt Emotion spielt eine ganz große Rolle.
00:27:01: so das wollte ich sagen und wir kennen das aus unserer Vergangenheit auch.
00:27:04: Ich glaube jeder der mit der Bürse zu tun hat er kennt es.
00:27:07: man ist mal positiver vielleicht sogar euphorisch dann ist man auch wieder negativer.
00:27:11: also die dass auf und ab der Kurse macht auch ein Auf- und ab des Stimmungslage und das ist in der Kapitaler Lage ein ganz wichtiges Thema gerade in der Interaktion mit Kunden.
00:27:22: Wie siehst du das Thema?
00:27:23: Also, wie geht ihr damit um?
00:27:25: auf der einen Seite und glaubst es hat sich verändert kann so was wie eine Dotcom-Bubble.
00:27:29: So eine überschäumte Euphorie nochmal entstehen?
00:27:33: Ich glaube entstehen kann Sie jederzeit.
00:27:37: also vielleicht sehen wir das an anderen Stellen bei digitalen ist.
00:27:42: jetzt fragen sicher durchaus viel mehr Leute ob dass nur euphorie ist.
00:27:47: wie fundamental ist das eigentlich?
00:27:49: Und es gilt ja mit umzugehen.
00:27:52: Ich sehe diese Euphorie ähnlich wie du aktuell nicht.
00:27:56: Zumindest ist die positive Stimmung, die wir an vielen Stellen haben heute deutlich fundamentaler untermauert wenn gleich das vielleicht nochmal auf den auf den Investment Kontext bezogen es gerade beim Thema KI und Tech heute ein selektiveres Vorgehen braucht und vor allem eine breite Aufstellung.
00:28:17: also nicht jede Aktie ist zu jeder Bewertung kaufbar, ich glaube das zeichnet euch als Bank und uns als Vermögensverwalter dann auch aus diese Selektion vorzunehmen.
00:28:30: Und zum Thema Emotionen natürlich ist es so du kennst dass die wesentlichen Treiber sind Ögier und Angst am Kapitalmarkt und ich finde gerade in den letzten Monaten Insbesondere wegen der geopolitischen Ereignisse, aber auch beim Thema KI sehen wir ja wie Emotionen sehr schnell in kurzen Zyklen hoch und runterspringen.
00:28:54: Wie begegneten wir dem?
00:28:55: Das ist im Grunde genommen relativ simpel.
00:28:58: Wir machen unseren Job Wir konzentrieren uns auf Zahlen, auf Daten und Fakten.
00:29:05: Analysieren die sehr, sehr sachlich und treffen unsere Entscheidungen ausschließlich auf Zahlen- und Faktenbasis.
00:29:13: Und dann geht es darum dass wir unseren Mandanten dann natürlich erklären warum welche Entscheidungen wie gefallen sind um genau diese Emotionen rauszunehmen.
00:29:23: Ich glaube das zeichnet euch aber auch uns als Vermögensverwalter natürlich aus dieses diese Emotionen gemeinsam mit den Mandanten zu managen und eben nicht in Euphorie aber auch in schwierigen Marktphasen, nicht in Angst zu verfallen.
00:29:39: Ja absolut manchmal muss man einfach Optimismus wieder reinbringen ja vielleicht mal Trösten in Anführungsstrichen und davor Bewaren nicht alles über Bord zu werfen.
00:29:51: Da helfen Zahlen, Daten und Fakten eben sehr weiter.
00:29:54: Gerade wenn es emotional wird sich dann wie du das ja auch ... Sehr gut, als Volkswirt Maast eben die Dinge sehr analytisch zu betrachten und einfach auf die Fakten zu reduzieren.
00:30:08: Und zu sagen welchen wirtschaftlichen Impact haben denn gewisse Ereignisse?
00:30:13: Gerade geopolitische Eregnisse wie wir sie in den letzten Jahren gesehen haben?
00:30:17: gerade dann ist es doch wichtig dass wir über die wirtschaftliche Fakte sprechen und vor allem ihren Auswirkungen.
00:30:24: Ja, um zum Anfang unseres Gesprächs noch mal zurückzukommen.
00:30:28: Das können Menschen immer noch besser als KI
00:30:29: glaube ich.
00:30:30: Ja das stimmt mich
00:30:31: auch.
00:30:33: Man kann ja in den Augen gewisse Emotionen lesen und die dann ansprechen.
00:30:38: da sind wir noch weiter.
00:30:41: Absolut!
00:30:42: Lass uns zum Schluss René nochmal auf ein bisschen Markt-Konstellation schauen.
00:30:50: Wenn wir mal die letzten fünf, sechs Jahre Revue passieren lassen und wir kamen da ja so aus einem Jahrzehnt im Grunde genommen null-und negativ zinsen.
00:30:58: Eine ganz besondere Konstellation.
00:31:00: stichwort Strukturbruch hätte ich mir übrigens davor nie denken können.
00:31:03: dass sowas mal zustande kommt habe ich auch in keinem Lehrbuch gelesen.
00:31:10: das beruhigt mich.
00:31:11: jetzt haben wir Zinsen.
00:31:12: Wir haben sogar nennenswert positive Zins.
00:31:15: Am kurzen Ende durch die Notenbank hat den Leitzhinsbau ungefähr zwei Prozent.
00:31:19: Man kann am Geldmarkt was verdienen, bei längeren Laufzeiten haben wir noch höhere Zinsen und gleichzeitig haben wir aber auch natürlich das Thema Inflation, was jetzt gerade vor dem Hintergrund oder nach der Iran-Kriegeskalation wieder höhere Wellen schlägt.
00:31:33: Wir haben wieder höere Inflationsraten.
00:31:36: Wenn ich mal das Zinsniveau nehme ... grob, drei Prozent sehnjährige Bundesanlagen.
00:31:41: Davon die Inflation abziehe auch grob drei Prozent dann bin ich bei null.
00:31:45: also sprich ein real Kapitale halt mit sehr sicheren vermeintlich sehr sicheren Anlagen wie Bundesanleihen zum Beispiel wie Tagesgeldkonten ist relativ schwierig.
00:31:56: mein persönlicher View ist das wird sich in den nächsten Jahren vielleicht nicht nennenswert ändern.
00:32:00: also grob gesagt real Rendite bei sicheren anlagen eher Null.
00:32:05: Wie stellt ihr vor dem Hintergrund eure Portfolien auf.
00:32:10: Wie kann man als Anleger darauf reagieren?
00:32:12: Ja, sehr gerne!
00:32:14: Als erstes vielleicht hätte mir eine so lange Null- und Negativzinsphase wie wir sie gesehen haben auch nicht vorstellen können und da haben wir dann gelernt dass sich plötzlich Zusammenhänge verändern und man einfach damit umgehen muss.
00:32:30: Wir haben uns ja auch eine durchaus positive, lange positive Börsenphase die das mitbefeuert hat.
00:32:39: Aber ich glaube, ein Punkt ist ganz wichtig für uns und für euch als Assetmanager ist die Welt so wie wir sie jetzt sehen – mit Zins- und Inflation sogar eher besser weil sich das, wie ich finde viel besser kalkulieren lässt wenn es einen vernünftigen Diskontierungszins gibt.
00:32:59: Das muss man vielleicht im volkswirtschaftlichen Zusammenhang immer sagen, ist ja nicht per se etwas Schlechtes.
00:33:04: Also ein gewisses Inflationsmaß ist ja durchaus zuträglich für die Wirtschaft.
00:33:09: und wenn wir Zins-Inflation nehmen... In der Null-Zinsphase, Karsten, wir wirst das bestätigen.
00:33:16: Da hatten wir Null Zins aber auch Nullinflation.
00:33:19: Das heißt die Nettorendite war da gleich Null.
00:33:21: und wenn wir heute sehen, wir haben dann eben drei Prozent Zins bei den zehnjährigen und aktuell drei Prozent oder knapp drei Prozent Inflation bleibt unterm Strich auch nichts also netto.
00:33:31: unterm strich hat sich im Grunde genommen gar nicht viel verändert bis auf die Tatsache dass Inflations und Zins in relativem Einklang sich verändert haben.
00:33:42: Deshalb ist die Herausforderung im Grunde genommen recht ähnlich mit der letzten zehn Jahre nämlich herauszufinden, wie schaffe ich es das Portfolio Risikoadjustiert auf eine vernünftige Nachsteuer- und Nettorendite zu steuern.
00:33:59: Dazu gehören natürlich heute zum Glück wieder besser verzinste Anleihen aber es gehören auch Aktien dazu und das soll ein Plädoyer für die Aktie sein.
00:34:12: Und dort schauen wir sehr, sehr bewusst auf Geschäftsmodell.
00:34:16: Auf Qualität des Unternehmens, auf Qualität der Bilanz, auf echte Cashflows.
00:34:23: und das ist zum Glück, ich sage das vorhin schon so dass selbst bei den ambitioniert bewerteten Unternehmen gute Cashflows vorhanden sind.
00:34:32: insofern lässt sich das individuelle Risiko finde ich recht gut steuern.
00:34:39: wichtig natürlich Wir und Sie kennen das alle einen sehr, sehr gesundes Maß an Diversifikation.
00:34:48: Das würde ich voll unterstreichen.
00:34:50: Vielen Dank auch.
00:34:50: Plädoyer für die Aktion oder für Real Assets.
00:34:52: Ich glaube, dass ist das was man braucht.
00:34:56: Aktien bringen Schwankungen mit sich.
00:34:58: da müssen wir dann mal über Risiko sprechen.
00:35:00: Schwankung heißt ja nicht total Verlust wo viele Angst haben.
00:35:04: Danke!
00:35:05: Du sprichst mir aus der Seele, das darf ich kurz erwähnen.
00:35:07: Der relatives Risiko also, dass diskutieren wir auch sehr gerne mit unseren Mandanten zu sagen was ist denn das richtige Risikomaß?
00:35:15: Ist denn das relative Risikovolativität, also Schwankung ein echtes Risico oder entstehen Risiken vielleicht an anderer Stelle?
00:35:26: Ich glaube das ist immer eine Diskussion wert gerade im Kontext mit Mandanten.
00:35:32: Absolut und das können Menschen immer noch besser, um wieder zurückzukommen auf unsere Ursprungsthese.
00:35:38: Und ich fand einen Hinweis von dir noch ganz bemerkenswert.
00:35:42: Das habe ich mir extra mal aufgeschrieben, behalte ich im Kopf?
00:35:45: Das werde ich an der einen oder anderen Stelle mal zitieren wenn du erlaubst.
00:35:48: Gefühlt steht die ganze Welt kopf aber in Sachen Zinsen und Inflation haben wir eigentlich wie ein normales Umfeld völlig richtig.
00:35:56: Absolut ist doch für uns Assetmanager, für uns Volksbeerter, glaube ich sogar die bessere Ausgangsposition für wirtschaftliche Prosperität und es lässt sich auch im Risiko natürlich, egal welche Modelle man anwendet viel besser kalkulieren als wenn sich nur alles auf Gewinnschätzungen verlassen möchte.
00:36:18: Auf jeden Fall!
00:36:19: Punkt René ganz herzlichen Dank für dein Input.
00:36:23: das hat ganz viel Spaß gemacht.
00:36:24: vielleicht können wir das bei Gelegenheit nochmal wiederholen.
00:36:26: vielen dank
00:36:27: Ich würde mich sehr freuen.
00:36:28: danke für die Einladung und bis bald
00:36:31: Hat mich sehr gefreut, dass du da warst.
00:36:33: Mir bleibt noch ein Fazit zu ziehen zur unserer These die wir ganz am Anfang genannt haben.
00:36:38: Künstliche Intelligenz andere Technologien spielen eine große Rolle.
00:36:41: zweifellos Die brauchen wir.
00:36:43: sie unterstützen menschliche Beratung in der Kapitalanlage oder auch die Vermögensverwaltung.
00:36:48: Aber ich glaube so notwendiges Vertrauen Einfühlungsvermögen Mimik lesen das können Maschinen nicht ersetzen.
00:36:56: Vielen Dank dass Sie dabei waren liebe Zuhörerinnen und Zuhöhrer.
00:36:59: mir bleibt noch Darauf hinzuweisen, dass wir in rund zwei Wochen eine neue Folge unseres Podcasts aufnehmen werden.
00:37:06: Auch wieder mit Themen rund um das Thema Kapitalmärkte und bis dahin wünsche ich Ihnen alles Gute!
00:37:11: Ihr Carsten Mo.
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